Gesundheitswesen – Headerbild (photo)

Gesundheitswesen

Wirkungsmessgrößen

Bei der Beurteilung der Wirkung im Gesundheitswesen sind die Indikatoren für „Qualität“ in der Tat aussagekräftiger. Auch wenn die von uns finanzierten Organisationen in diesem Bereich zwangsläufig Best Practice-Grundsätze einhalten, halten wir insbesondere nach Unternehmen Ausschau, bei denen einer qualitativ hochwertigen Betreuung bereits in der Organisationsstruktur Rechnung getragen wird.

Die 2016 in ganz Europa mit Krediten der Triodos Bank und von Triodos Investment Management finanzierten Altenpflegeheime ermöglichten es ca. 35.000 Personen (2015: 25.000), die Einrichtungen in 422 Senioren- und Pflegeheimen zu nutzen. Dies bedeutet, dass jeder Kunde der Triodos Bank 19 Pflegetage finanzierte.

Gesundheitswesen – Wirkungsmessgrößen (Grafik)

Leitbild und Leistungsspektrum

Prozentualer Anteil unserer Kredite und Kapitalanlagen im Gesundheitswesen

Gesundheitswesen – 9,2% Anteil unserer Kredite im Gesundheitswesen (Kreisdiagramm)

Kredite und Kapitalanlagen nach Teilsektoren

Gesundheitswesen – Kreditvergabe nach Teilsektoren (Kreisdiagramm)

Die Angaben in % ergeben sich aus Daten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhanden waren.

Unser Leitbild im Gesundheitswesen

Die Triodos Bank unterstützt Anbieter von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht.

Wir finanzieren wertorientierte Anbieter, insbesondere solche mit Schwerpunkt ältere Menschen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen und verbessern somit ein Stück weit die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen sowie das Wohlergehen einer Gesellschaft, die sich mit Blick auf die Organisation von Pflege und Betreuung im Umbruch befindet.

Qualitativ hochwertige Betreuung

Unseren Beobachtungen zufolge zahlt sich Qualität bei den von uns finanzierten Unternehmen auch in der Hinsicht aus, dass es einfacher ist, erstklassige Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden. Dies wiederum kommt den betreuten Personen und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Unternehmens zugute.

Unser Fokus

Da qualitativ hochwertige, auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmte soziale Betreuung mehr und mehr gefragt ist, konzentrieren wir uns insbesondere auf die Finanzierung zusätzlicher Pflegeeinrichtungen.

Eine zunehmend überalterte Gesellschaft stellt höhere Anforderungen an den Bedarf an Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen – genau deshalb legen wir unseren Schwerpunkt auf Alterspflegeeinrichtungen. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf die Unterstützung von Pflegediensten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, bei denen die Probleme und Fähigkeiten jedes Einzelnen Raum finden.

Unser Leistungsspektrum

Die demografische Entwicklung und eine neue Gesetzgebung schlagen sich auch in einem geänderten Bedarf an Gesundheits- und sozialen Pflegedienstleistungen in Europa nieder.

 

Prognostizierter Altenquotient

Der Altenquotient ist das Verhältnis von Menschen im Alter von 65 Jahren und älter zu Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren (Angabe in Prozent).

Gesundheitswesen – Prognostizierter Altenquotient (Weltkarte)

Quelle: Eurostat

Wenngleich jedes Land über ein eigenes Gesundheitssystem verfügt, besteht doch insgesamt die Notwendigkeit, für mehr qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung zu sorgen.

Fallbeispiele

2016

Ringoven in Panningen
 

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Panningen ist eine Stadt im Süden der Niederlande und beheimatet die ehemalige Ziegelbrennerei De Ringoven. Die Fabrik wurde 1989 geschlossen, was in den Folgejahren zu einem allgemeinen Verlust an Lebensqualität in der Stadt beitrug. Immer mehr soziale Dienstleistungen verschwanden aus dem Stadtbild. Die denkmalgeschützte Ziegelbrennerei wurde jedoch renoviert und wiederentwickelt und ist seit 2014 ein beliebter Treffpunkt.

De Ringoven bietet Platz für verschiedene soziale Organisationen. So gibt es beispielsweise eine Agentur, die Arbeit für Menschen mit Lernschwierigkeiten organisiert. Für ältere Menschen mit Demenz werden eine Tagesbetreuung und Aktivitäten geboten, und es gibt eine Kinderbetreuung nach der Schule. Auch ein soziales Unternehmen, Rendiz, bietet Unterkunftsdienstleistungen und vermietet Veranstaltungsorte.

Was ist das Innovative an diesem Projekt?

Die verschiedenen sozialen und gewerblichen Organisationen, die dort ansässig sind, arbeiten gemeinsam an der Umsetzung und Förderung der Ziele von De Ringoven. Sie machen aus dem Gebäude den Puls der Stadt und ihrer Umgebung. Den Initiatoren der Wiederentwicklung ist es erfolgreich gelungen, alle diese Organisationen miteinander zu verbinden. Und sie haben dies auf kommerziell erfolgreiche Weise getan: De Ringoven – als Teil von Rendiz – kombiniert Unterkünfte mit der Vermietung von Räumlichkeiten an soziale Projekte und bietet im Rahmen der Tagesbetreuung Aktivitäten, die alle Ertrag erwirtschaften. Das Projekt ist ein klassisches Beispiel für innovatives soziales Unternehmertum.

Welchen Einfluss hat die Triodos Bank auf dieses Projekt?

Die Triodos Bank finanzierte die Innensanierung des Gebäudes. Ihr Engagement geht jedoch noch weiter. Die Triodos Bank ist ein wichtiger Partner von Rendiz, dem Initiator der Wiederentwicklung. Gemeinsam wird das Finanzierungspotenzial ähnlicher Rendiz-Projekte in anderen Teilen der Provinz eruiert.

Welchen Einfluss hat das Projekt auf den Sektor?

Die große Stärke von De Ringoven ist die Beherbergung von Organisationen aus verschiedenen Sektoren wie dem Gesundheitswesen, der Bildung und dem Gastgewerbe. Das Projekt zeigt, dass dieser integrierte Ansatz erfolgreich sein kann. Ein denkmalgeschütztes Gebäude wie De Ringoven ist kostspielig in der Nutzung. Auch die Umwandlung in ein multifunktionales Sozialzentrum ist mit hohen Kosten verbunden. Aber ein Baudenkmal wie dieses kann rentabel sein, wenn die Kosten auf verschiedene Schultern verteilt werden.

Welchen Einfluss hat das Projekt auf die Gesellschaft?

Die Gegend rund um Panningen hat mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, von einer alternden und rückläufigen Bevölkerung bis hin zum Rückgang und Verschwinden von Gemeinschaftsdienstleistungen.

Die Region steht in dieser Hinsicht nicht alleine da: Es gibt mehrere Gemeinden in den Niederlanden, die sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert sehen. Die Wiederentwicklung von De Ringoven bietet ihnen jedoch eine schlagkräftige Antwort. Sie trägt zur Lebendigkeit der Gemeinde und zum sozialen Zusammenhalt in der Stadt bei. Das Gebäude dient zudem als Zentrum und Inspiration für andere Entwicklungen. Seit der Neueröffnung von De Ringoven haben verschiedene Organisationen nicht nur in sondern auch rund um das Gebäude Fuß gefasst. Auch eine Grundschule wurde inzwischen neben der alten Ziegelbrennerei eingerichtet. Panningen ist zu neuem Leben erwacht.

Inwiefern deckt sich das Projekt mit der Vision der Triodos Bank?

Die Triodos Bank trägt zur Verbesserung der Lebensqualität einer Gemeinde bei. Sie hat sich dem Ziel verschrieben, Möglichkeiten für die persönliche Entwicklung der Menschen zu fördern, eine auf gegenseitige Hilfe ausgerichtete Gesellschaft zu unterstützen und Ökologie und Umwelt zu stärken.

Da ist es nur logisch, dass die Bank sich im Projekt De Ringoven engagiert. Schließlich bietet dieses Projekt Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen, die nicht direkt Zugang zum Arbeitsmarkt haben, schafft Bildungsmöglichkeiten für Kinder und trägt zudem zum sozialen Zusammenhalt in der Stadt bei. Der Unterbringungsservice nutzt regionale und Fairtrade-Produkte. Und nicht zuletzt handelt es sich um ein schönes Gebäude – ein nationales Baudenkmal –, das nun für künftige Generationen in einer neu belebten Stadt erhalten bleibt.

Ganspoel
 

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Das Leitbild von Centrum Ganspoel ist die Beaufsichtigung von Menschen mit Seh- und Mehrfachbehinderungen an einem Ort, der für sie am besten geeignet ist.

Der zentrale Campus von Ganspoel liegt malerisch zwischen Feldern, aber auch sehr abgelegen. Nach und nach sind wir zu dem Schluss gekommen, dass für eine Gruppe junger Menschen die Kombination von Schulbesuch und Aufenthalt auf dem großen zentralen Campus nicht wirklich ihren Fähigkeiten entspricht. Diese Gruppe sollte – wie junge Menschen ohne Behinderung – am sozialen Leben teilnehmen: sich im lokalen Sportclub betätigen, selbst zur Bäckerei gehen, ausgehen können; kurzum: am täglichen Leben teilnehmen können.

Deshalb fanden wir es angemessen, diese Gruppe junger Menschen in das Zentrum der Stadt Tervuren zu verlegen. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, im Stadtzentrum zu leben, womit Freizeiteinrichtungen nun zu Fuß erreichbar sind, sowie in einer Straße mit Anschluss an die Einkaufsstraße und dem Kirchplatz zu leben.

Was war so innovativ an der Art und Weise, wie dieses Problem angegangen wurde?

Der innovative Aspekt dieses Projekts liegt im Ansatz für die Zielgruppe. Inklusive Wohnprojekte für Erwachsene gibt es schon seit mehreren Jahren, aber nicht für junge Leute. Kinder aus verschiedenen Provinzen besuchen die Schule im Centrum Ganspoel, was bedeutet, dass in der Regel auch Unterbringung erforderlich ist. Um größtmögliche maßgeschneiderte Unterstützung bieten zu können, bedurfte das Projekt einer auf die Bedürfnisse zugeschnittenen Infrastruktur und eines passenden Standorts.

Welchen Einfluss hatte das Unternehmen bzw. die Organisation auf den Sektor, in dem es/sie tätig ist?

Der Wohltätigkeitssektor für Menschen mit Behinderung durchläuft momentan einen grundlegenden Wandel, wobei die private Finanzierung im Mittelpunkt des Interesses steht. Momentan gilt dies nur für Erwachsene, was jedoch zu einem späteren Zeitpunkt auf junge Menschen ausgeweitet wird. Das Projekt berücksichtigt bereits all diese Veränderungen und wurde vor kurzem in einer Rede des belgischen Ministers für Wohlfahrt, Volksgesundheit und Familie, Vandeurzen, als Beispiel genannt.

Welchen Einfluss hatte das Unternehmen bzw. die Organisation auf die direkte Umgebung?

Der Stadtrat hat unser Projekt von Anfang an unterstützt und mit unserem Team zusammengearbeitet. Außerdem haben Judo-Trainer des lokalen Clubs im Rahmen einer Politik der aktiven freiwilligen Teilnahme Informationen über Sport mit Menschen mit Sehbehinderung erhalten. Lokale Unternehmen bieten den jungen Menschen Praktika an. Die Anwohner und Förderer vor Ort waren ebenfalls zur Eröffnung der neuen Unterkunft eingeladen. Die beteiligten jungen Leute werden nun nicht mehr als die „Jugend vom De Pit“ bezeichnet, sondern tatsächlich mit ihrem Namen und als Mitglieder der Vereinigung angesprochen.

Als der Stadtrat Mobilitätsmaßnahmen plante, zog er unsere Mitarbeiter zu Rate, um neue Fußwege mit tastbaren Markierungen als Führungslinie für blinde Menschen zu schaffen. Bei der Aufstellung neuer Verkehrsampeln wurden die Bedürfnisse von Menschen mit einer (Seh-)Behinderung berücksichtigt.

Die Ankunft dieser Gruppe junger Leute hat Wirkung auf die Politik des Stadtrates gezeitigt. Davon hat nicht nur die Gruppe junger Leute definitiv profitiert, sondern auch alle anderen Einwohner und Besucher der Stadt, mit und ohne Behinderung.

Welchen Einfluss hatte die Triodos Bank auf das Unternehmen bzw. die Organisation?

Die Triodos Bank hat ihr Vertrauen in uns gesetzt, was die finanzielle Umsetzung des Projekts anbelangt. Dadurch konnten wir uns vollständig auf den Inhalt und Mehrwert für unsere Kunden konzentrieren.

Wir starten derzeit ein neues Projekt, dieses Mal auf dem zentralen Campus von Centrum Ganspoel. Wir sind hocherfreut, ein zweites Mal mit der Triodos Bank zusammenarbeiten zu können. Neben den sozialen Vorteilen möchten wir sicherstellen, dass das aktuelle Projekt aus breiterer Perspektive nachhaltig ist, zum Beispiel im Hinblick auf die beim Bau verwendeten Techniken und Materialien.

Inwiefern kann sich die Triodos Bank mit der Vision des Projekts identifizieren?

Die Triodos Bank unterstützt das Ziel des Projekts: das Erreichen einer maximalen Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Ich denke, wir haben einen großen Erfolg erzielt. Vielleicht ist es für eine vollständige Inklusion noch ein bisschen verfrüht, was jedoch daran liegt, dass dies in der breiteren Öffentlichkeit noch nicht so gut bekannt ist. Die jungen Menschen jedoch, mit denen wir zusammenarbeiten, sind definitiv vollständig in die lokale Gemeinschaft eingebunden.

2015

Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth Nürnberg
 

Gesundheitswesen – Fallbeispiel (photo)

Sabine L. Distler, Leiterin des St. Elisabeth Senioren- und Pflegezentrums

Was war der Grund/die Herausforderung für das Projekt?

Für uns stand von Beginn an fest, dass wir aus St. Elisabeth einen Ort mit maximaler Lebens- und Wohnqualität machen wollten. Dass dazu umfangreiche Sanierungsarbeiten gehören würden, insbesondere vor dem Hintergrund des neuen Bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes, war schnell klar. Doch unser innovatives Wohnkonzept und unsere ganzheitliche Philosophie gehen ja sogar weit darüber hinaus.

Das heißt konkret, dass wir mit der Sanierung nicht nur den gesetzlichen Vorgaben u. a. zur Barrierefreiheit, sondern auch unserem eigenen Anspruch und damit nicht zuletzt den aktuellen Erkenntnissen gerontologischer Wohnökologie gerecht werden mussten. Das war und ist in der Tat eine Herausforderung. Aber eine gute.

Wie beantworten Sie diese Herausforderung durch Ihr Projekt?

Die Menschen, die in St. Elisabeth in Nürnberg leben, sollen dies möglichst selbstbestimmt tun. Dass dazu ein starkes soziales Umfeld, menschliche Nähe und Hilfe im Alltag gehören, ist für uns selbstverständlich.

Die Frage war also zunächst, wie können wir ganz faktisch Lebensräume schaffen, die ein Höchstmaß an Selbstbestimmtheit zulassen. Dazu mussten erst einmal alle Barrieren weg – und das nicht nur im physischen Sinne, wie etwa durch Ausschalten sämtlicher Beeinträchtigungen im Sanitärbereich mithilfe ergonomischer Waschbecken oder ebenerdiger Duschen mit Haltegriffen.

Nein, wir gingen einen Schritt weiter und beseitigten auch visuelle Barrieren. Dies haben wir durch ein besonderes Farb- und Lichtkonzept erreicht, das vor allem Menschen mit Demenz bei der Orientierung hilft und damit ihr Wohlbefinden fördert und ihnen Sicherheit gibt. Auch haben wir uns für eine Wandoberfläche entschieden, die nicht nur optisch ansprechend ist. Sie verfügt über eine besondere Struktur, die Sehbeeinträchtigten quasi als Wiedererkennungsmerkmal den Weg nach draußen zeigt und damit eine haptische Orientierungshilfe ist.

Was wir bei alledem auch immer im Blick haben und hatten, ist die Situation unserer Mitarbeiter. Denn auch sie sind Teil unseres ganzheitlichen Ansatzes, auch sie sollen sich wohlfühlen und barrierefrei betreuen, versorgen und pflegen können.

Welche Bedeutung hat die Triodos Bank für Ihre Organisation?

Für uns ist es etwas Neues, dass eine Bank sich so sehr für Inhalte interessiert. Und dass es dadurch neben der Geschäftsebene auch eine menschliche Ebene gibt. Die Triodos Bank ist von unserem Konzept überzeugt und das gibt uns ein gutes Gefühl. Und natürlich hat uns die Triodos Bank überhaupt erst ermöglicht, dass wir unser Projekt in diesem Umfang und mit den so wichtigen Details umsetzen können.

Dazu gehört übrigens auch, dass wir auf umweltverträgliche Baumaterialien und Farben achten. Und dass wir einen nachhaltigen Ansatz verfolgen – schließlich möchten wir im Pflegesektor als gutes Beispiel voran gehen und hier langfristig etwas verbessern. Auch das eint uns mit den Werten der Triodos Bank und macht uns zu Partnern auf Augenhöhe, die gemeinsam etwas bewegen wollen.

Welche Bedeutung hat das Projekt auf den Sektor, in dem Sie tätig sind?

Wichtig ist, dass wir mit unserem Projekt eine große Aufmerksamkeit erzeugen. Sowohl Medien als auch Öffentlichkeit nehmen unser ganzheitliches Konzept als Leuchtturmprojekt wahr und bringen uns reges Interesse entgegen. Unser Projekt sorgt für Furore und das ist gut. Für uns, aber eben auch für die Sache selbst. Denn es findet in der Branche wie auch in der Bevölkerung eine Sensibilisierung statt.

Wir sind schon jetzt zu einem Vorbild für andere Einrichtungen geworden und das ist doch genau das, worum es geht: etwas verändern. Mit der Verbindung von Funktionalität und Design beispielsweise beschreiten wir einen Weg, der für eine Pflegeinrichtung bislang einmalig ist.

Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Organisation?

Unser Projekt trägt dazu bei, dass das Umdenken bereits beim Renovieren und (Um-)Bauen von Einrichtungen stattfindet. Sprich, dass Umwelten mit Bedacht gestaltet werden, um den Menschen darin möglichst lang ein selbstbestimmtes Leben zu bewahren. Leider sieht die Realität häufig noch anders aus. Man erneuert und renoviert, ohne sich Gedanken zu machen, wie die einzelnen Komponenten zusammenwirken und wie man den Menschen damit helfen kann.

Also möchten wir auf dem sozialen Sektor auch Impulsgeber sein. Denn wir sehen dort aufgrund des wachsenden Bedarfs in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ein großes Entwicklungspotential. Der Gesundheitsbereich wird neue interdisziplinäre Schnittstellen bilden – zu Architektur, Technik und den neuen Medien. Damit wird der soziale Bereich hoffentlich mehr Anerkennung erhalten. Genau die hat er schließlich verdient.

Wie sehr sehen Sie, dass die Triodos Bank Ihre Vision teilt?

Die Triodos Bank will einen positiven Wandel in der Gesellschaft. Und genau diesen positiven Wandel wollen wir ebenfalls! So ist es, als wenn zwei Räder ineinandergreifen. Unsere Vision von einer besseren Welt leben wir, indem wir Menschen Lebensqualität und Selbstbestimmtheit geben und ihre Würde wahren. Wir bauen für eine gute Zukunft, die Triodos Bank finanziert für eine gute Zukunft.

So sind wir gut gerüstet für eben diese Zukunft. Gemeinsam mit der Triodos Bank können wir unser Ziel der Nachhaltigkeit erreichen. Einer Nachhaltigkeit, die uns befähigt, allen gesellschaftlichen Bedürfnissen der kommenden Jahre in vollem Umfang bestmöglich zu begegnen.

Ferme Nos Pilifs
 

Gesundheitswesen – Fallbeispiel (photo)

Benoît Ceysens, Vorstandsmitglied von La Ferme Nos Pilifs

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Betreute Werkstätten, die Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen anbieten, müssen lernen, sowohl in einem traditionellen als auch einem sich schnell wandelnden wirtschaftlichen Umfeld zu agieren, um bestehen und wachsen zu können.

Auf dem Bauernhof Ferme Nos Pilifs möchten wir ein inklusiveres, wirtschaftliches Modell entwickeln, das Arbeitskraft, Arbeitsplätze und Produkte neu organisiert, damit jeder Arbeit finden kann. Um dies zu erreichen, müssen wir Brücken zwischen der sozialen und der traditionellen Wirtschaft schlagen. Wir müssen unsere Art zu arbeiten neu erfinden.

Auf der Ferme Nos Pilifs ist es uns außerdem wichtig, dass unser Bauernhof und das soziale Unternehmen nicht nur als betreute Werkstatt wahrgenommen werden. Die Menschen sollen nicht aus Mitleid zu uns kommen. Die Ferme Nos Pilifs ist ein wertvolles Unternehmen, das nützliche und hochwertige Arbeit leistet.

Welche Strategie wurde zur Lösung dieses Problems entwickelt?

Die Ferme Nos Pilifs hat sich der Offenheit und Diversität verschrieben. Der Bauernhof entwickelt kleine handwerkliche Projekte vor Ort, die sich an den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientieren. Dabei legt der Hof Wert auf starke, lokale Bindungen.

Besucher finden hier ein kleines Café, eine Farm für Kinder, eine Baumschule, ein ökologisches Gartenbauunternehmen, einen Lebensmittelmarkt mit Bäckerei für selbstgemachtes biologisches Brot und Gebäck und einen Versanddienst für den Druck und Versand von Postsendungen.

Derzeit sind 170 Menschen auf dem Bauernhof beschäftigt, davon 140 mit leichten Behinderungen. Jede Tätigkeit ist an die Fähigkeiten des Mitarbeiters angepasst und jeder Arbeitsplatz muss auch eine soziale Dimension haben, finanziell tragfähig sein und in das umweltfreundliche Gesamtkonzept des Projekts passen.

Welchen Einfluss hatte die Triodos Bank auf das Unternehmen?

Wie jedes Unternehmen braucht auch die Ferme Nos Pilifs verlässliche Partner in der Finanzierung. Unsere Zusammenarbeit mit der Triodos Bank geht über eine traditionelle Kunden-Dienstleister-Beziehung hinaus. Die Triodos Bank ist für uns zu einem echten Partner geworden.

Bei Projekten, für die wesentliche Investitionen nötig sind, macht die Herangehensweise an die Finanzierung den entscheidenden Unterschied. Die Antworten der Triodos Bank sind stets eher Ratschläge als kommerzielle Vorschläge. Für einen Unternehmer ist es ein großer Zugewinn, sich so auf seine Bank verlassen zu können.

Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf den Sektor, in dem es aktiv ist?

Das inklusive Geschäftsmodell der Ferme Nos Pilifs ist in diesem Sektor einzigartig, beispielsweise die weitreichende Diversifizierung und die Verwurzelung in Bezirk und Stadt.

Neben unserem lokalen Schwerpunkt sind wir in unserer Vereinigung (FEBRAP, der Brüsseler Vereinigung für betreute Arbeitsplätze) aktiv und arbeiten weiterhin am Erhalt von Arbeitsplätzen für die am meisten gefährdeten Arbeitnehmer.

Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf die direkte Umgebung?

Die Gründung der Ferme Nos Pilifs im belgischen Neder-Over-Heembeek hatte einen positiven Einfluss auf den Bezirk. Durch die Einbeziehung der Gemeinschaft vor Ort in die Aktivitäten des Bauernhofes hat die Ferme Nos Pilifs dazu beigetragen, das Ansehen des Bezirks zu verbessern.

Inwiefern kann sich die Triodos Bank mit der Vision des Projekts identifizieren?

Menschen mit Behinderungen einen sinnvollen und würdevollen Arbeitsplatz auf der Ferme Nos Pilifs zu bieten steht im Einklang mit den Grundprinzipien der sozialen Wirtschaft, in der die Triodos Bank in Belgien bereits seit 20 Jahren als Geldgeber tätig ist.

Methodik

Wir ermitteln für das gesamte Niederlassungsnetz der Triodos Bank die Anzahl von finanzierten Pflegeeinrichtungen und die Anzahl der Personen, die in diesen Einrichtungen leben. In unseren Berechnungen berücksichtigen wir nur die Projekte mit einem direkten Bezug zu unserer Finanzierungs- oder Investmenttätigkeit und wir schließen Betreuungseinrichtungen aus, die (vollständig) im Bau sind oder nur Tagesbetreuungseinrichtungen bieten.

Wir gehen von einer Wirkung von 100% aus, wenn wir ein Projekt mitfinanzieren. Sollten die erforderlichen Daten nicht zu 100% verfügbar sein, verwenden wir konservative Schätzungen.

Die im Jahresbericht aufgeführte „Wirkung je Kunde“ wird auf Basis der Gesamtzahl von 652.000 Kunden zum Jahresende 2016 berechnet.

Unsere Wirkung im Film

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