Nachhaltiges Einlagengeschäft und Kredite

Wachsende Einflussnahme durch nachhaltige Finanzierungen

Die Triodos Bank will sich als führende Bank für die Nachhaltigkeitsbranchen, in denen sie tätig ist, etablieren bzw. diese Stellung festigen. Mit einer Ausweitung der Kreditvergabe über grüne Hypotheken steigt auch unsere Wirkung, sowohl für nachhaltige Unternehmen als auch für Haushalte. In den meisten Branchen konnte die Kreditvergabe im Jahresverlauf ausgeweitet und diversifiziert werden.

Das Kreditbuch der deutschen Niederlassung ist mit einem Plus von 19,5% (2015: 15,7%) bzw. 41,0 Mio. EUR das dritte Jahr in Folge angewachsen. Das Neugeschäft war u. a. mit Krediten für ein Seniorenwohnheim und ein Photovoltaik-Projekt stärker diversifiziert. Die Niederlassung hat zudem neue Beziehungen mit Organisationen geknüpft, die in den Bereichen Bildung und nachhaltige Gebäude aktiv sind, um ihre Kontakte in diesen Sektoren zu intensivieren.

Trotz der Marktturbulenzen nach dem Brexit-Referendum setzte die britische Niederlassung ihre Kreditvergabe an verschiedene Sektoren fort (u. a. Gesundheit, biologische Lebensmittel und Kooperativen) und verzeichnete beim Kreditvolumen im Neugeschäft ihr bisher bestes Jahr. Netto ergab sich daraus ein Wachstum von 14,4% bei der Kreditvergabe in GBP. Wegen der Abwertung des britischen Pfund gegenüber dem Euro war beim Gesamtwert der Kredite in Großbritannien 2016 jedoch ein Minus von 2,0% zu verzeichnen. Im Unternehmenskreditgeschäft wurden u. a. die bisher größte Photovoltaik-Freiflächenanlage und die ersten erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen finanziert. Mit der innovativen neuen Finanzierungsinitiative „Warmer Homes and Greener Communities“ wurden 15 Mio. GBP für die Kreditvergabe an den sozialen Wohnungsbausektor bereitgestellt, um damit umwelt- und sozialpolitische Ziele zu fördern.

In Belgien konnten sowohl im Kreditgeschäft mit Unternehmenskunden als auch bei Hypothekenkrediten die Zielvorgaben übertroffen werden. Das Kreditportfolio konnte indes nicht wie geplant stärker diversifiziert werden, woran weiter gearbeitet werden muss. Die Branchenverteilung ist gegenüber 2015 mehr oder minder konstant geblieben. Das Kredit/Einlagen-Verhältnis, eine wichtige Messgröße für die Gesundheit der Bank insgesamt, bewegt sich mit 80% zum Jahresende nach wie vor auf sehr hohem Niveau (2015: 77%). Das Kreditvolumen konnte in Belgien um 14% auf 1,324 Mio. EUR (2015: 1,159 Mio. EUR) gesteigert werden. Eine 2015 in Gent neu eröffnete Filiale legte den Schwerpunkt insbesondere auf das Einlagen- und Kapitalanlagegeschäft sowie Community Building. Wegen ihrer Nähe zu lokalen nachhaltigen Unternehmern begann die Filiale 2016 auch, Kredite zu vergeben.

Das Bruttovolumen im Kreditgeschäft in Spanien hat sich mit 354 Mio. EUR gegenüber 2015 nahezu verdoppelt. Der Nettozuwachs hat sich mit 143 Mio. EUR gegenüber 2015 verdreifacht. Wegen des Niedrigzinsumfelds sanken jedoch die Margen im Kreditgeschäft und stieg die Zahl der vorzeitigen Tilgungen. Die Diversifizierung des Kreditportfolios stand in Spanien in allen Sektoren ganz oben auf der Tagesordnung und wurde insbesondere durch nachhaltige Hypotheken und Kredite an Kommunen auch erreicht. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden im Laufe des Jahres Privatkredite für verantwortungsvollen Konsum von Produkten und Dienstleistungen wie Hybridkarten oder Gesundheitsbehandlungen vergeben.

In den Niederlanden lag das Wachstum im Kreditgeschäft mit 7% im Rahmen der Zielvorgaben (2015: 38%). Für den niederländischen Markt wurde 2016 ein neues Angebot für Kredite an Kleinunternehmen entwickelt und die erste Medienkampagne gestartet, die sich ausschließlich an Unternehmen richtete. Bei der Kreditvergabe an nachhaltige Unternehmen war ein Zuwachs um 10% bzw. 70 Mio. EUR, einschließlich einiger Rückzahlungen in großem Umfang, zu verzeichnen. Die Vergabe nachhaltiger Hypothekenkredite, die Kunden einen Anreiz bieten, ihre Häuser und Wohnungen umweltfreundlicher zu gestalten, nahm um 33% bzw. 133 Mio. EUR zu (2015: 46%).

Insgesamt hat sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft von 0,16% des durchschnittlichen Kreditbuchs im Jahr 2015 auf 0,10% für 2016 reduziert, was die hohe Qualität des Kreditportfolios der Triodos Bank unterstreicht. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt im europäischen Bankensektor. Davon geht ein starkes Signal aus: Kredite an die Realwirtschaft sind ein solides Geschäft, enge Kundenbeziehungen und ein langfristiger Fokus auf auf Wirkung ausgerichtete Projekte und Unternehmen zahlen sich aus.

Nachhaltiges Einlagengeschäft

Die Niederlassungen der Triodos Bank haben sich ein ausgewogeneres Verhältnis von Einlagen und Krediten zum Ziel gesetzt. Erreicht werden soll das durch kontrolliertes Einlagenwachstum bei einer gleichzeitigen Ausweitung des Kreditvolumens. Diese Kennzahl hatte 2015 noch bei 72% gelegen und ist 2016 auf 71% gesunken. Fortschritte gestalten sich hier weiterhin schwierig.

Die Idee, mit seinem Geld bei der Bank bewusst etwas zu bewirken, findet sehr viele Anhänger. Dies schlägt sich in einer wachsenden Zahl von Kontoeröffnungen bei der Triodos Bank nieder. Die starke Marke der Triodos Bank und ihr Renommee in allen Ländern hat maßgeblich hierzu beigetragen. Alle Niederlassungen der Triodos Bank verzeichneten 2015 ein beträchtliches Einlagenwachstum.

Mit einem Anstieg der Neukundenzahl um 7% im Privatkundengeschäft und mehr als 14% in der Geschäftskundensparte konnte die niederländische Niederlassung ihr Einlagevolumen um 431 Mio. EUR erhöhen (2015: 397 Mio. EUR). Zum Jahresende betreute die Niederlassung mehr als 300.000 Kunden.

Trotz Implementierung eines neuen Banksystems im ersten Halbjahr und Einführung neuer Gebühren für Girokonten und Überweisungen im zweiten Halbjahr verzeichnet die spanische Niederlassung mittlerweile mehr als 223.000 Kunden, bei einem monatlichen Zuwachs von durchschnittlich 2.000 und einer Steigerungsrate von knapp 10% insgesamt.

Die britische Niederlassung hat die Zielvorgaben für das Einlagengeschäft, einschließlich Kontokorrentkonten für Geschäftskunden, im vergangenen Jahr übertroffen. Das Einlagevolumen (ohne Kontokorrentkonten für Geschäftskunden) wuchs um 7,5% bzw. 58 Mio. GBP (2015. 72 Mio. GBP)

Die belgische Niederlassung konnte trotz niedriger Zinsen und wenig Marketing im Jahresverlauf neue Einlagekunden gewinnen. Positive Wachstumsimpulse gingen nicht zuletzt von der negativen Presse zu klassischen Banken am belgischen Markt aus. Das Einlagevolumen konnte um 10% (2015: 10%) gesteigert werden.

Die deutsche Niederlassung ging 2016 mit einer neuen Online-Vertriebsstrategie an den Start. Ziel war es, die Eröffnung eines Kontos zu beschleunigen und die Anzahl neuer Privatkunden zu steigern. Obwohl der Hauptfokus auf einer Ausweitung des Kreditvolumens lag, war in Deutschland eine Steigerung von 16% im Einlagengeschäft (2015: 25%) zu verzeichnen. Die deutsche Niederlassung betreut mittlerweile mehr als 13.000 Kunden.