Biologische Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft – Headerbild (photo)

Ökologische Landwirtschaft und Naturentwicklung

Wirkungsmessgrößen

Die Ernteleistung der von der Triodos Bank und Triodos Investment Management finanzierten Betriebe der ökologischen Landwirtschaft entsprach 2015 33,6 Millionen Mahlzeiten beziehungsweise der nachhaltigen Ernährung von ca. 30.700 Menschen in diesem Jahr (2014: 27.700, korrigierter Wert wegen eines aktualisierten Umrechnungsfaktors).

Europaweit finanzieren wir rund 36.500 Hektar ökologisch bewirtschaftete Flächen. Damit kommen auf 10 Kunden landwirtschaftliche Flächen in der Größe eines Fußballfeldes, die jeweils ausreichend Nahrung für 550 Mahlzeiten pro Jahr produzieren.

Darüber hinaus finanzieren wir 24.000 Hektar an Naturschutzgebiet. Damit entfallen auf jeden Kunden ungefähr 400 m2 Naturschutzgebiet.

Ökologische Landwirtschaft und Naturentwicklung – Wirkungsmessgrößen (Grafik)

Leitbild und Leistungsspektrum

Kreditvergabe biologische Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft

Prozentualer Anteil unserer Kredite und Investments im Bereich ökologische Landwirtschaft und Naturentwicklung

Ökologische Landwirtschaft und Naturentwicklung – 4,8% Anteil unserer Kredite im Bereich biologische Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft (Kreisdiagramm)
  • 2,8% an ökologische Landwirtschaft
  • 1,9% an biologische Lebensmittelbetriebe

Kreditvergabe im Bereich biologische Lebensmittel nach Teilsektoren

Kreditvergabe im Bereich ökologische Landwirtschaft nach Teilsektoren (Kreisdiagramm)

Kreditvergabe im Bereich ökologische Landwirtschaft nach Teilsektoren

Kreditvergabe im Bereich biologische Lebensmittel nach Teilsektoren (Kreisdiagramm)

Die Angaben in % ergeben sich aus Daten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhanden waren.

Unser Leitbild im Bereich biologische Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft

Für uns ist die Erde und ihr Boden Teil eines übergeordneten Systems.

Es ist an der Zeit, Anbauflächen nicht länger als unerschöpfliche Rohstoffquelle zu betrachten. Stattdessen muss die Landwirtschaft als Teil eines natürlichen Systems betrachtet werden. Dazu gehören pflanzliche Bodennährstoffe, Wasser, Artenvielfalt, Tierschutz und soziale Bedingungen.

Die Rolle der Landwirtschaft

Wir brauchen Landwirte, durch deren Arbeitsweise unsere natürlichen Ressourcen bewahrt und wiederverwertet werden. Wir wollen einen lebendigen und vielfältigen Agrarsektor mit mehr kleineren Betrieben schaffen, die in der örtlichen Gemeinschaft eingebunden sind und Kunden aus der Region bedienen.

Tierschutz bedeutet im Wesentlichen, der Welt in der wir leben, Achtung entgegenzubringen. Damit stellt er einen wesentlichen Grundsatz der ökologischen Landwirtschaft dar.

Die ökologische Landwirtschaft hat sich dem Erhalt von Flora und Fauna verschrieben. Daher besteht ein Kernziel darin, höhere Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung zu stellen als konventionelle Betriebe dies tun.

Die Achtung der Rechte von Tieren gründet auf der Überzeugung, dass Menschen als dominante Spezies die Verantwortung für diesen Planeten tragen. Darüber hinaus ist es wissenschaftlich erwiesen, dass die höheren Anforderungen der ökologischen Landwirtschaft an eine artgerechte Tierhaltung zu gesünderen Nahrungsmitteln für uns Menschen führen (z. B. durch einen geringeren Einsatz von Antibiotika). Hohe Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung bedeuten gesünderes Vieh und einen Nutzen für uns Menschen. Wir können Nahrungsmittel verzehren, die ohne die Zuführung künstlicher Hormone oder Antibiotika produziert wurden.

Unser Fokus

Wir unterstützen schwerpunktmäßig Landwirte, die die Vorzüge einer im Grundsatz nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft unter Beweis stellen.

Darüber hinaus wollen wir erreichen, dass ein größerer Anteil der landwirtschaftlichen Nutzflächen nachhaltig bewirtschaftet wird, indem wir Landwirte finanzieren, die ihre konventionellen Betriebe auf ökologische Landwirtschaft umstellen. Außerdem setzen wir uns für eine nachhaltige Entwicklung der Lebensmittelbranche insgesamt ein: Wir finanzieren Lebensmittelhersteller, Vertreiber, Einzelhändler und Caterer, die auf nachhaltige Lebensmittel setzen und der steigenden Nachfrage nach biologischen Lebensmitteln Rechnung tragen.

Unser Leistungsspektrum

In der ökologischen Landwirtschaft werden keine künstlichen Düngemittel oder Pestizide eingesetzt, die Artenvielfalt nimmt einen wichtigen Stellenwert ein und es gelten die höchstmöglichen Standards für eine artgerechte Tierhaltung.

Daher erfolgt die Kreditvergabe der Triodos Bank im Bereich der Landwirtschaft an Betriebe, die entweder über eine Bio-Zertifizierung verfügen, auf ökologische Landwirtschaft umstellen oder ihren Betrieb klar nach ökologischen Grundsätzen führen. Darüber hinaus vergeben wir Kredite an Einzelhändler, Großhändler, Vertriebs- und Catering-Unternehmen, die auf biologische Lebensmittel, Getränke und sonstige Produkte spezialisiert sind. Über die von Triodos Investment Management verwalteten Fonds, u. a. den langfristig orientierten Private Equity Evergreen-Fonds Triodos Organic Growth, stellen wir zudem Herstellern von biologischen Lebensmitteln und Fair Trade-Produkten aus den Schwellenländern finanzielle Mittel zur Verfügung.

Ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen (in Hektar) und Anteil an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche in Europa im Jahr 2011

Ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen (in Hektar) und Anteil an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche in Europa im Jahr 2011 (Weltkarte)

Quelle: FiBL

Die Triodos Bank finanziert 36.500 Hektar ökologisch bewirtschaftete Flächen in ganz Europa.

Fallbeispiel

Aarstiderne
 

Biologische Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft – Fallbeispiel (photo)

Thomas Harttung, Mitbegründer von Aarstiderne

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Wenn wir die ökologische Landwirtschaft als Branche betrachten, wird im Durchschnitt zu viel versprochen und zu wenig gehalten. Søren [Mitbegründer von Aarstiderne] und ich wollten in Sachen ökologische Denkweise gegen den Strom schwimmen und zu einem erfolgreichen Unternehmen werden. Wir wollten die Art und Weise verändern, wie Verbraucher Lebensmittel wahrnehmen und konsumieren.

Welche Strategie haben Sie zur Lösung dieses Problems entwickelt?

Aus strategischer Sicht ging es in den letzten zehn Jahren hauptsächlich um die Etablierung von Bioprodukten, um ihre Bedeutung am Markt zu steigern. Unsere [Sørens und meine] neue Idee bestand darin, Boxen mit Mahlzeiten zu liefern, angefangen bei Obst und Gemüse bis Fisch und Fleisch. Über das Erlebnis mit Biomahlzeiten wollten wir Menschen für die Öko-Idee begeistern. Und wir entwickeln zunehmend neue Formen der Landwirtschaft.

Welchen Einfluss hatte die Triodos Bank auf Ihr Geschäft?

1999 fand auf der World Organic Conference ein Workshop statt, den ich mit leitete und bei dem es darum ging, wie „grünes“ Eigenkapital für ökologische Ideen genutzt werden könnte und wie man eine Vertrauensbasis zwischen „grünen“ Unternehmern und den Banken schaffen könnte. Auch die Triodos Bank saß im Podium und von da an haben wir eine großartige Beziehung aufgebaut, in deren Rahmen Triodos zu einem Investor in unserem Unternehmen und unsere Finanzierung dadurch nachhaltiger wurde. Triodos versteht, dass es in dieser Entwicklung um die Schaffung von etwas geht, das langfristig sinnvoll ist.

Welchen Einfluss hat Ihr Unternehmen auf den Sektor?

In den kommenden zwei bis drei Jahren wird der Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf der Entwicklung der nächsten Generation oder eines neuen Musters für die ökologische Landwirtschaft liegen. Durch die derzeitige Größe des ökologischen Landwirtschaftssektors und dem öffentlichen Interesse besteht für Aarstiderne tatsächlich Gelegenheit, zu den grundlegenden Prinzipien zurückzukehren und ein System der ökologischen Landwirtschaft zu schaffen, das eher den eigentlichen Zielen und Erwartungen unserer Kunden entspricht.

Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf die direkte Umgebung?

Aarstiderne hat sich zu einem Unternehmen mit 54.000 Kunden überwiegend in Dänemark, aber auch in Schweden, entwickelt. Das Unternehmen hat sein Angebot des Versands von Obst- und Gemüsekisten um Boxen für Mahlzeiten mit abgewogenen Zutaten für Präferenzen wie Fisch/Fleisch, vegetarische Ernährung, Diäten, etc. und Rezepte erweitert. Wir sind Marktführer, da wir kontinuierlich für eine Verbesserung der Lebensqualität der Menschen und gleichzeitig ihrer Nachhaltigkeit sorgen. Wir ermöglichen es Menschen, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es wirklich leben wollen. Junge berufstätige Menschen in den urbanen Regionen haben große Schwierigkeiten, weil sie ihren Beruf und ihre Karriere lieben, dadurch aber schwerer für sich selbst und ihre Familien sorgen können. Sie suchen nach einer Lösung, die sie von Montag bis Freitag versorgt, und wir bieten diese Lösung kontinuierlich. Das Gute ist, dass unsere Kunden ständig neue Ansprüche stellen und wir permanent neue Wege für bessere Lösungen finden, die für mehr Zufriedenheit, Nachhaltigkeit und Komfort sorgen.

Inwiefern kann sich die Triodos Bank mit der Vision Ihres Unternehmens identifizieren?

Meiner Meinung nach stimmen unsere Werte in hohem Maße mit denen der Triodos Bank überein. Triodos kann einen Beitrag als langfristiger Investor für uns leisten und auch in andere, ähnlich orientierte Unternehmen investieren, die zu einer besseren gemeinsamen Zukunft und mehr Innovation beitragen. Indem wir Unternehmen unterstützen, die denselben Pfad eingeschlagen haben wie wir, und in diese investieren, können wir die Chance erhöhen, zu einer einflussreichen Bewegung heranzuwachsen.

Kwatrijn
 

Biologische Lebensmittel und ökologische Landwirtschaft – Fallbeispiel (photo)

Frank van Dommelen, Senior Relationship Manager

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Wer in der Landwirtschaft heute Nachhaltigkeit und Tierschutz mit moderner, gewinnorientierter Unternehmensführung in Einklang bringen will, muss immer wieder innovative Ideen entwickeln. Dies gilt auch für den Unternehmer und Landwirt Sjaak Sprangers, der seinen Milchhof in der Nähe eines und teilweise in einem niederländischen Naturschutzgebiet zwischen Tilburg und ’s-Hertogenbosch betreibt.

Der Kuhstall war renovierungsbedürftig, Sjaaks Kühe brauchten deshalb dringend ein neues Dach über dem Kopf. Es war ein ehrgeiziges Projekt: Einen neuen Kuhstall zu bauen, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt, ganz auf die Bedürfnisse der Tiere zugeschnitten ist, mit begrenzten Ammoniak-Emissionen und ohne Schadstoffeintrag ins Erdreich des Naturschutzgebietes auskommt – und gleichzeitig zu zeigen, was unternehmerisches Denken heute heißt.

Welche innovative Strategie haben Sie zur Lösung dieses Problems entwickelt?

Der Bau eines neuen Kuhstalls in dieser natürlichen Umgebung erfordert angesichts all der Wünsche und Forderungen, mit denen man sich konfrontiert sieht, sehr breite Unterstützung und viel Sachverstand. Sjaak Sprangers begann daher einen Dialog mit Umweltschutzgruppen, dem lokalen Naturschutzverband, der Gemeinde Kaatsheuvel, dem Landwirtschafts- und Gartenbauverband der Region, dem Verband zum Schutz der Dünen, der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Wageningen sowie verschiedenen Unternehmen im Bereich Agrartechnik.

Auf der Finanzierungsseite bemühte er sich um Fördermittel aus Brüssel. Zu den Geldgebern zählte auch das Wirtschaftsministerium. Unternehmen und technische Entwicklungsbüros boten ebenfalls finanzielle Unterstützung an.

Mit dem Know-how, den innovativen Ideen, der Inspiration, der Entschlossenheit und dem leidenschaftlichen Engagement dieser Gruppen ist ein Kuhstall ganz neuen Typs entstanden: der „Kwatrijnstal“.

Das innovative Gebäude im Überblick:

Umweltschutz:

Der Kwatrijnstal ist ein innovativer Kuhstall, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Das Gebäude entspricht höchsten Tierschutzstandards, zeichnet sich durch niedrige Ammoniak-Emissionen aus und genießt in der Öffentlichkeit breite Unterstützung. Der Stall ist mit einem neuartigen Bodenbelag ausgestattet, über den Jauche und Festmist getrennt entsorgt werden. Dies führt zu einer starken Reduzierung der Ammoniak-Emissionen und verbessert die Biodiversität.

Integration in die Landschaft:

Mit seinem transparenten Design und der einzigartigen Dachkonstruktion fügt sich der Kuhstall ideal in die Landschaft ein und gibt Passanten „Einblick“ in die Vorgänge im Inneren. Im Vergleich zu einem geschlossenen Kuhstall scheint der Kwatrijnstal viel kleiner zu sein, nicht zuletzt deswegen, weil die umgebende Landschaft durch den Stall hindurch sichtbar ist.

Die abgestufte Dachkonstruktion lässt den Stall freundlicher erscheinen. Er ist damit kein überdimensionaler Fremdkörper in der Landschaft und passt zur traditionellen Architektur der Region.

Tierschutz:

Die Kühe haben im Kwatrijnstal 50% mehr Platz als in einem traditionellen Kuhstall. Es gibt „Liegeinseln“ für die Kühe, d. h. Strohbetten, die wärmeisolierend wirken und Feuchtigkeit aufsaugen. Das Stroh wertet auch den Festmist auf. Eine Spezialmaschine verteilt automatisch Stroh auf die Liegeinseln.

Gemolken wird mit einem mobilen, solarbetriebenen Melksystem. Der Kuhstall ist so konzipiert, dass es keine „toten Ecken“ gibt, in denen die Tiere dicht gedrängt stehen können. Die Bereiche, in denen sich die Tiere hinlegen können, sind sehr geräumig, und das Fressgitter ist offen. Dies reduziert die Gefahr, dass sich die Tiere selbst oder gegenseitig verletzen. Selbstverständlich haben die Kühe ganzjährig freien Zugang zu dem umliegenden Naturschutzgebiet.

Ökologisch:

Die Tiere werden mit Bioprodukten gefüttert. Sämtliches Rohfutter kommt aus dem Naturschutzgebiet selbst. Auch organischer Mist wird wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt.

Da der Kuhstall so großzügig angelegt ist, sind Krankheiten und Verletzungen unter den Tieren selten und Medikamente wie Antibiotika kaum nötig. Nicht zuletzt deswegen produzieren die Jersey-Rinder gesunde Milch in so hoher Qualität, dass ein kleiner milchverarbeitender Betrieb daraus Bio-Eis, Bio-Käse und andere Milchprodukte herstellen kann.

Welchen Einfluss hat die Triodos Bank auf Ihr Geschäft?

Sjaak Sprangers hatte bereits einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb und arbeitete mit einer der großen Banken zusammen. Zusätzliche Finanzmittel waren erforderlich, denn bei dem Projekt waren ein innovativer Ansatz und öffentliche Unterstützung gefragt, und seiner Ansicht nach auch eine Bank, die ein solches Konzept mitträgt.

Mit der Triodos Bank konnte er seinen Kuhstall ökologisch „sauber“ finanzieren. Zudem war die Triodos Bank in dieser Branche ein bekannter Name und konnte in der Planungsphase konstruktiven Input geben. Auch andere Interessengruppen standen der Triodos Bank als Finanzpartner positiv gegenüber.

Welchen Einfluss hat Ihr Unternehmen auf den Sektor?

Dieses Projekt wurde von Umwelt- und Naturschutzgruppen und verschiedenen Landwirtschaftsverbänden, u. a. einer Arbeits- und Beratungsgruppe, die Unternehmer bei neuen Agrarprojekten in oder in der Nähe von Naturschutzgebieten berät, sehr aufmerksam verfolgt.

Das ‚Kwatrijn‘ hat sich zu einem Modell auch für andere Landwirte entwickelt, und die Entwickler wollen dieses Konzept vermarkten. Es gibt immer wieder organisierte Exkursionen für andere Landwirte.

Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf die direkte Umgebung?

Im Vorfeld des Baus und während der Bauphase hatten viele Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft die Gelegenheit, die Entwicklungen zu verfolgen. Dies hat zu einer breiten öffentlichen Unterstützung für dieses Projekt beigetragen.
Der neue Kwatrijnstal von Sjaak und Suzanne Sprangers wurde 2015 sehr öffentlichkeitswirksam von Staatssekretärin Sharon Dijksma eröffnet und erlangte damit auch landesweite Bekanntheit. Der Kuhstall und das Gesamtkonzept zeigen, dass es durchaus kein Ding der Unmöglichkeit ist, Landwirtschaft im Einklang mit der Natur zu betreiben.

Inwiefern kann sich die Triodos Bank mit der Vision Ihres Unternehmens identifizieren?

Der Eigentümer ist ein sehr leidenschaftlicher Biomilchbauer, der sehr viele Geschichten über seine Tiere und ihren natürlichen Lebensraum erzählen kann. Das Wohlergehen seiner Tiere hat für Sjaak Sprangers einen sehr hohen Stellenwert; für ihn ist es integraler Bestandteil eines landwirtschaftlichen Systems im Kreislauf mit der Natur, in dem künstliche Düngemittel, Pestizide, Herbizide und Medikamente keinen Platz haben. Dies entspricht ganz dem Leitbild der Triodos Bank.

Methodik

Die Triodos Bank verwendet das vom Global Footprint Network entwickelte und vom World Wild Life Fund for Nature (WWF) veröffentlichte Konzept des ökologischen Fußabdrucks, um die geschätzte Gesamtzahl der Menschen zu bestimmen, die von Anbauflächen ernährt werden können, die mit der Finanzierung durch die Triodos Bank ökologisch bewirtschaftet werden können. Dabei handelt es sich um einen theoretischen Ansatz, der eine Verbindung zwischen der Ernährungsweise von Menschen und der für die entsprechenden Nahrungsmittel erforderlichen Anbaufläche herstellt.

Der ökologische Fußabdruck ist eine Messgröße für ressourcenverbrauchende wirtschaftliche Aktivitäten, die in globalen Hektar (gHa) angegeben wird. Das Global Footprint Network hat für viele Länder den ökologischen Fußabdruck ermittelt. Diesen Schätzungen zufolge gilt für die gesamte EU ein Richtwert von 0,96 gHa Ackerland und 0,23 gHa Weideland, um eine Person für den Zeitraum eines Jahres zu ernähren. Der WWF liefert Schätzungen für jedes der fünf Länder, in denen die Triodos Bank Projekte im Bereich ökologische Landwirtschaft finanziert. Auf der Grundlage dieses Datenmaterials haben wir die Anzahl von Menschen geschätzt, die mit drei täglichen Mahlzeiten von der ökologisch bewirtschafteten Anbaufläche der von der Triodos Bank finanzierten Betriebe ernährt werden können.

Bei der Co-Finanzierung eines Projekts legen wir eine Wirkung von 100% zugrunde. Sogenannte „Care-Farms“, deren Fokus auf therapeutischen Maßnahmen mithilfe der Natur, Tieren oder Pflanzen liegt, werden nur berücksichtigt, wenn die Landwirtschaft die Haupttätigkeit und Haupteinnahmequelle darstellt und dem therapeutischen Element nur eine Nebenrolle zukommt. Sollten uns die erforderlichen Daten nicht zu 100% vorliegen, erfassen wir wenn möglich mindestens 80% der Projekte in unserem Portfolio, bilden hieraus den Durchschnitt des Hektarwerts und rechnen die verbleibenden 20% hoch.

Die im Jahresbericht aufgeführte „Wirkung je Kunde“ wird auf Basis der Gesamtzahl von 607.000 Kunden zum Jahresende 2015 berechnet. Ein Fußballfeld umfasst rund 0,6 Hektar.