Erneuerbare Energien – Headerbild (photo)

Erneuerbare Energien

Wirkungsmessgrößen

Die Triodos Bank und ihre über Triodos Investment Management angebotenen Investmentfonds unterstützen vor allem Unternehmen und Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, zudem Ansätze zur Verringerung des Energieverbrauchs und für die Förderung von Energieeffizienz.

Mit ihren nachhaltigen Fonds im Bereich Energie und Klima und im Rahmen der Kreditvergabe finanzierte die Triodos Bank 2015 europaweit 358 Projekte (2014: 362, korrigierter Wert), die eine Stromerzeugungskapazität von insgesamt 2.100MW (2014: 2.100MW) hatten. Im Jahresverlauf trugen diese Projekte zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 1,5 Millionen Tonnen bei und erzeugten saubere Energie für den Strombedarf von einer Million europäischen Haushalten (2014: 0,9 Millionen, korrigierter Wert).

Auf jeden Kunden der Triodos Bank entfiel also die Finanzierung des Strombedarfs von 1,7 Haushalten.

Erneuerbare Energien – Wirkungsmessgrößen (Grafik)

Leitbild und Leistungsspektrum

Kreditvergabe erneuerbare Energien

Prozentualer Anteil unserer Kredite und Investments im Bereich erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien – 25% Anteil unserer Kredite im Bereich erneuerbare Energien (Kreisdiagramm)

Kreditvergabe nach Teilsektoren

Erneuerbare Energien – Kreditvergabe nach Teilsektoren (Kreisdiagramm)

Die Angaben in % ergeben sich aus Daten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhanden waren.

Unser Leitbild im Bereich erneuerbare Energien

Die Triodos Bank betrachtet Energie als Grundbedarf der Menschheit und daher als etwas, das wir aus Verantwortung für zukünftige Generationen unausweichlich auf nachhaltiger Basis erzeugen und nutzen müssen.

Warum die Art der Energieerzeugung eine Rolle spielt

Die weltweit zunehmende Nachfrage nach Energie, die Besorgnis um die Energieversorgungssicherheit und die möglichen Folgen des globalen Klimawandels sind zunehmend brisante Themen.

Auch die europäischen Mitgliedstaaten haben sich mit diesem Thema befasst und wollen im Rahmen ihres „20-20-20-Ziels“ bis zum Jahr 2020 20% der Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen, ihre Energieeffizienz um 20% verbessern und die Emission von Treibhausgasen um 20% senken. Im Jahr 2015 wurde ein weltweiter Klimavertrag verabschiedet, mit dem sich Entwicklungs- und Schwellenländer gleichermaßen verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen auf ein vergleichsweise unkritisches Maß zu senken, um die Erderwärmung auf höchstens 2°C, idealerweise jedoch 1,5°C zu beschränken.

In diesem breit gefassten Kontext kommt der Triodos Bank in diesem Streben nach einem höheren Stellenwert der erneuerbaren Energien und verbesserter Energieeffizienz eine entscheidende Rolle zu.

Unser Fokus

Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf den Einsatz ausgereifter Technologien, wie beispielsweise Wind- und Solarenergie, richten, können wir die notwendige Umstellung unseres Energiesystems entscheidend vorantreiben.

Bereits seit 25 Jahren finanzieren wir Projekte im Bereich erneuerbare Energien und verfügen daher über einen reichen Erfahrungsschatz und umfangreiche Fachkenntnis, was von den entsprechenden Entwicklern und Betreibern, mit denen wir zusammenarbeiten, sehr geschätzt wird.

Durch die Beteiligung an Projekten unterschiedlicher Eigentümerstruktur, wie kommunale Projekte im Bereich erneuerbare Energien oder die Finanzierung einer energieeffizienten Infrastruktur innerhalb einer bereits bestehenden Umgebung, bewirken wir noch sehr viel mehr.

Unser Leistungsspektrum

Alle von uns finanzierten Energieprojekte dienen der Umsetzung unseres Leitbilds eines nachhaltigen Energiesystems.

All unsere Projekte tragen in wesentlichem Umfang zu einem stabileren, nachhaltigeren und sauberen Energiesystem bei, z. B. durch den Bau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien (aus Windenergie, Solarenergie oder Wasserkraft) oder durch Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz.

Fallbeispiel

Fortech – Wase Wind
 

Erneuerbare Energien – Fallbeispiel (photo)

Chris Derde, Manager bei Fortech

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Ende des letzten Jahrhunderts entwickelte sich in Dänemark und Deutschland im Bereich erneuerbare Energien der Sektor Windenergie. Technologische Entwicklungen haben Windenergie zu einer attraktiven Option für die Stromgewinnung gemacht.

Wir wollten in unserer eigenen Region, dem Waasland in Belgien, damit beginnen, Windenergie zu erzeugen. Wir, vier Freunde aus Kindertagen, begannen die Wase Wind-Genossenschaft, indem wir uns Wege für die Finanzierung der Windkraftanlagen erschlossen haben, und zwar aus eigenen Mitteln als auch mit Hilfe so vieler anderer Menschen wie möglich. Das bedeutet auch, dass wir für das Geld dieser Menschen verantwortlich sind.

Wir stellen daher sicher, dass unser Unternehmen finanziell gut aufgestellt ist, müssen jedoch keine übermäßigen Gewinne erwirtschaften. Eine angemessene Verwaltung des investierten Geldes sowie die Fortsetzung unserer Pionierarbeit – das sind unsere wichtigsten Aufgaben, um unser Ziel zu erreichen: die Produktion von zu 100% erneuerbaren Energien.

Welche Strategie wurde zur Lösung dieses Problems entwickelt?

Im Jahr 2000 wollten wir mit einer kleinen Gruppe von Menschen ein Unternehmen für erneuerbare Energien auf die Beine stellen. Seit Jahren waren Unternehmenszusammenschlüsse und Übernahmen in der Energiebranche vorherrschend und die Branche befand sich in der Hand großer Konzerne. Sowohl unsere Unternehmensform als auch unsere Technologien waren neu. Unsere Unternehmensstruktur trennt „Fortech“ von „Wase Wind“, wodurch wir die Risiken für die Beteiligten reduzieren und rentable Windenergie produzieren können.

Wir haben zudem die effizientesten Windkraftanlagen ausgewählt, die bei Inbetriebnahme die größten und stärksten in den Benelux-Ländern waren und mit hochmoderner Technologie ausgestattet sind.

Seit wir Wase Wind ins Leben gerufen haben, hat sich das Unternehmen zu einer Genossenschaft von 2.000 Menschen entwickelt, die gemeinsam in Windenergie aus ihrer eigenen Region investieren. Die Windenergie wird von diesen Genossenschaftsmitgliedern zuhause, in ihren lokalen Unternehmen und in kommunalen Einrichtungen wie Sportzentren und Rathäusern genutzt.

Jeder Kunde ist an dem Investment beteiligt und die Gewinne werden ebenfalls unter allen Beteiligten aufgeteilt. Windenergie stößt manchmal auf Widerstand, da die Menschen sich Sorgen über die Optik der Windanlagen, den Schattenwurf der Rotoren oder den erzeugten Lärm machen. Unsere Nachbarn sind jedoch unsere größten Unterstützer, da wir mit ihnen in engem Kontakt stehen und uns direkt um die Beseitigung von Unannehmlichkeiten kümmern. Wir organisieren beispielsweise Feste, zu denen jeder eingeladen ist, und heißen jedes Jahr 750 Schüler aus den umliegenden Schulen bei uns willkommen.

Welchen Einfluss hatte die Triodos Bank auf das Unternehmen?

Als wir 2004 die notwendigen Genehmigungen für unser erstes Windkraftprojekt erhielten und mit dessen Umsetzung begannen, schreckten die traditionellen Großbanken vor einer Finanzierung unseres Projekts zurück. Sie kannten sich mit dem Windenergiesektor nicht aus. Die Triodos Bank hingegen schon, und so übernahm sie die Finanzierung unseres Projekts zu angemessenen Konditionen.

Die Triodos Bank leistete zudem einen Beitrag mit ihrem Wissen zu Aspekten wie Herstellergarantien, was sich später noch als dringend notwendig erweisen sollte. Die Triodos Bank war daher entscheidend für den Startschuss unserer Projekte und ist seither unser Partner in allen weiteren Projekten, obwohl inzwischen auch andere Banken bereitstehen, um zukünftige Projekte zu finanzieren.

Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf den Sektor?

Als Vorreiter im belgischen Windenergiesektor spielen wir eine wichtige Rolle in der Organisation des flämischen Sektors für nachhaltige Energien ODE (Organisatie Duurzame Energie) und haben auf dieser Basis die flämische Vereinigung für Windenergie (Vlaamse Wind Energie Associatie, VWEA) gegründet.

Es hat nicht lange gedauert, bis sich uns alle in Flandern tätigen Windenergieunternehmen angeschlossen hatten und wir gemeinsame Initiativen mit Kollegen in der Wallonie auf die Beine stellten. Inzwischen ist VWEA wegen der erstklassigen Beratung in Arbeitsgruppen die „Stimme“ des Windenergiesektors und wird als solche auch von der Regierung anerkannt. Durch sorgfältige und wohlüberlegte Absprachen innerhalb des Sektors und mit der Regierung konnten die Regulierungen für Windenergie schrittweise weiterentwickelt werden, damit die nötigen Garantien sowohl für die Energieunternehmen als auch für ihre Abnehmer gegeben sind.

Welchen Einfluss hat das Unternehmen auf die direkte Umgebung?

Seit 2005 produzieren drei Windkraftanlagen am Rande einer Autobahn in Kruibeke, Belgien, Strom aus Windenergie. Der produzierte Strom reicht aus, um den Haushaltsverbrauch der 15.000 Einwohner im Raum Kruibeke zur Hälfte zu decken.

Das Unternehmen hat zudem das Windenergieprojekt „Braemland II“ auf der anderen Seite der Autobahn E17 in Melsele entwickelt. Diese Anlage produziert seit 2009 umweltfreundlichen Strom für 2.300 Familien. Die cvba (Genossenschaft) Wase Wind bietet diesen Strom für Familien, landwirtschaftliche Betriebe und andere Unternehmen im Waasland an.

Inwiefern kann sich die Triodos Bank mit der Vision des Projekts identifizieren?

Die Triodos Bank hat genau wie Wase Wind eine klare, langfristige Vision zum Thema Windenergie. Neben dem Ausbau der Kapazitäten nachhaltiger Energiequellen ist es wichtig, in ein widerstandsfähigeres, sozial verankertes und ausgewogenes Energiesystem zu investieren. Neue Technologien, wie die Verknüpfung mehrerer lokaler Anbieter, tragen zur Schaffung kurzer, effizienter und dezentraler Lieferketten bei.

Dieser Effekt wird durch die lokale Verankerung in Städten, Unternehmen und Gemeinden, die den erzeugten Strom nutzen, noch zusätzlich verstärkt. Bei nachhaltigen Modellen wie dem von Wase Wind geht es um mehr als nur die Umwelt – es geht auch um das Wohlergehen der Gesellschaft im weiteren Sinne.

Methodik

Die Berechnung der Reduzierung der CO2-Emissionen erfolgt gemäß den Umrechnungsfaktoren (g CO2 pro kWh) der Greenhouse Gas Protocol Initiative, die auf dem zuletzt im Mai 2015 aktualisierten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergouvernmental Panel on Climate Change, IPCC) basieren. Die Umrechnungsfaktoren stellen die CO2-Emissionen in Gramm dar, die unter Berücksichtigung aller Kraftwerke eines Landes, in dem wir tätig sind, pro kWh „grüner“ Energie vermieden werden konnten. Dieses Volumen umfasst auch die bereits vorhandenen Kapazitäten erneuerbarer Energien, die logischerweise nicht durch Kapazitäten anderer erneuerbarer Energiequellen ersetzt werden müssen. Die tatsächliche CO2-Reduzierung liegt also etwas höher. Die Umrechnungsfaktoren für die Niederlande basieren auf der 2013 zuletzt aktualisierten, gemeinsamen Methode des niederländischen Statistikamts (Statistic Netherlands, CBS), der Netherlands Enterprise Agency (RVO), des niederländischen Forschungszentrums für erneuerbare Energien ECN und der PBL Netherlands Environmental Assessment Agency. Erneuerbare Energien werden dabei nicht berücksichtigt.

Zur Berechnung des durchschnittlichen Energieverbrauchs in kWh je Haushalt und Land, in dem wir tätig sind, haben wir die vom World Energy Council (WEC) veröffentlichten Energieeffizienzindikatoren verwendet, die zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert wurden.

Bei der Co-Finanzierung eines Projekts legen wir eine Wirkung von 100% zugrunde. Sollten uns die erforderlichen Daten nicht zu 100% vorliegen, verwenden wir, sofern möglich, Schätzungen auf Basis von Wind- und Solar-Indizes.

Die im Jahresbericht aufgeführte „Wirkung je Kunde“ wird auf Basis der Gesamtzahl von 607.000 Kunden zum Jahresende 2015 berechnet.

Erstellen Sie Ihren eigenen Bericht

Unsere Wirkung im Film

Fortech WaseWind