Triodos Bank in Deutschland

In ihrem sechsten Jahr zeigte die Triodos Bank in Deutschland eine dynamische Entwicklung trotz des schwierigen Marktumfeldes, das durch zunehmenden Wettbewerb, niedrige Zinsen und verschärfte Regulierung gekennzeichnet war. Sie verzeichnete ein stabiles Wachstum und hat sich in allen Bereichen planmäßig entwickelt.

Als Nachhaltigkeitsbank gehört die Triodos Bank zu den am stärksten wachsenden Kreditinstituten. Zunehmens mehr Privat- und Geschäftskunden wünschen sich Transparenz und Nachhaltigkeit auch bei ihren Geldgeschäften und entscheiden sich für die Triodos Bank als Alternative zu herkömmlichen Banken.

Deutliche Steigerung der Kundenzahl

Zum Stichtag 31.12.2015 verzeichnete die deutsche Niederlassung der Triodos Bank knapp 11.500 Kunden und konnte damit die Kundenzahl um weitere 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Damit einhergehend stieg das Einlagenvolumen um 25% auf 194 Millionen Euro (2014: 154 Millionen Euro). Dieses Wachstum konnte unter anderem durch die planmäßige Einführung weiterer Sparprodukte wie Triodos Wachstumssparen und Triodos Festzins erreicht werden. Die Einlagen der deutschen Kunden konnten zu 100% in nachhaltige Projekte investiert werden. Das ermöglicht uns auch weiterhin im Sinne unserer Kunden einen möglichst großen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel zu leisten.

Neues Eigenkapital durch Aktienähnliche Rechte

Seit Mitte 2014 bietet auch die deutsche Niederlassung sogenannte Aktienähnliche Rechte an. Über die Triodos Aktienähnlichen Rechte können sich Anleger an der Erfolgsgeschichte von Europas größter Nachhaltigkeitsbank beteiligen. Diese Anlageform verbindet finanziellen Ertrag mit sozio-ökologischer Rendite. Das Angebot ermöglicht den Anlegern zugleich, die Bewegung des nachhaltigen Bankings aktiv zu unterstützen. 2015 konnten durch die Aktienähnlichen Rechte insgesamt 3,7 Millionen Euro an neuem Eigenkapital eingeworben werden.

Belebung des Kreditgeschäfts

Auf der Kreditseite konnten die Kreditneuzusagen an nachhaltige Unternehmen und Projekte mit 40 Millionen Euro um 14% (35 Millionen Euro in 2014) gesteigert werden. Das Gesamtkreditvolumen wuchs damit zum Jahresende um 8,5% auf 205 Millionen Euro. Die neue Risikovorsorge in Höhe von 0,46 Millionen Euro (nach 2,22 Millionen Euro in 2014) lag auf geplantem Niveau und im erwarteten langjährigen Mittel. Damit haben die ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität des Kreditportfolios die gewünschte Wirkung gezeigt.

Im Rahmen eines strategischen Entwicklungsprozesses wurde 2014 entschieden, weiterhin den Schwerpunkt auf Projektfinanzierungen zu legen, die die Energiewende fördern, zur Diversifizierung der Bildungslandschaft in Deutschland beitragen und Lösungen für eine alternde Gesellschaft bieten. Der für 2015 geplante Aufbau eines neuen Sektors mit Finanzierungen im Bereich nachhaltiger Immobilien konnte erfolgreich mit einem ersten Neukundenprojekt gestartet werden.

Volumen der Triodos Investmentfonds wächst

Die Triodos Investmentfonds, die seit 2012 in Deutschland angeboten werden, investieren in börsennotierte Unternehmen, die sich auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen spezialisiert haben oder aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Nachhaltigkeitsstrategie ausgewählt werden (SRI-Fonds). Die vier in Deutschland angebotenen SICAV I-Fonds von Triodos Investment Management blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Gleich mehrfach wurden sie für ihre finanzielle Performance sowie die besonders nachhaltigen Anlagestrategien ausgezeichnet. Damit belegen sie eindrucksvoll die doppelte Rendite, die nachhaltige Bankprodukte bieten können: sowohl auf finanzieller, wie auch nachhaltiger Ebene.

Dem entsprechend stieg die Nachfrage in Deutschland und das an Triodos Investment Management vermittelte Fondsvolumen konnte von 3,4 Millionen Euro (per 31.12.2014) auf nahezu 10 Millionen Euro (zum Jahresende 2015) fast verdreifacht werden.

Ausblick 2016

Die Triodos Bank möchte auch 2016 weiterhin ihre nachhaltige Wirkung für die Gesellschaft steigern. Um diese Bestrebungen umzusetzen, verstärkt die Triodos Bank die Diversifizierung ihres Kreditportfolios. Ein wichtiger Baustein für die Diversifizierung wird der neue Sektor nachhaltige Immobilien sein. Um diesen Sektor zu unterstützen werden wir im Laufe des Jahres ein Office in Berlin eröffnen.

Auch im Bereich der Digitalisierung werden wir 2016 investieren, mit dem Ziel der Effizienzsteigerung und um den Kundenservice zu verbessern.

gesamten Artikel lesen

Kennzahlen

Download XLS

 

 

 

Beträge in TEUR

2015

2014

 

 

 

*

Die aufgeführten Beträge sind noch nicht konzernintern verrechnet.

 

 

 

Einlagen

193.638

154.401

Anzahl Konten

12.281

10.273

 

 

 

Kreditvolumen*

210.085

181.598

Anzahl Kredite

1.999

1.460

 

 

 

Bilanzsumme*

272.858

238.628

 

 

 

Erträge insgesamt

6.764

5.988

Betriebliche Aufwendungen

–8.671

–8.333

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

–461

–2.224

 

 

 

 

 

 

Ergebnis vor Steuern

–2.368

–4.569

Steuern von Einkommen und Ertrag

594

1.320

 

 

 

 

 

 

Ergebnis nach Steuern

–1.774

–3.249

 

 

 

Anzahl Mitarbeiter/-innen zum 31. Dezember 2015

52

49

 

 

 

Soziales

Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth Nürnberg

Sabine L. Distler, Leiterin des St. Elisabeth Senioren- und Pflegezentrums

Was war der Grund/die Herausforderung für das Projekt?

Für uns stand von Beginn an fest, dass wir aus St. Elisabeth einen Ort mit maximaler Lebens- und Wohnqualität machen wollten. Dass dazu umfangreiche Sanierungsarbeiten gehören würden, insbesondere vor dem Hintergrund des neuen Bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes, war schnell klar. Doch unser innovatives Wohnkonzept und unsere ganzheitliche Philosophie gehen ja sogar weit darüber hinaus.

Das heißt konkret, dass wir mit der Sanierung nicht nur den gesetzlichen Vorgaben u. a. zur Barrierefreiheit, sondern auch unserem eigenen Anspruch und damit nicht zuletzt den aktuellen Erkenntnissen gerontologischer Wohnökologie gerecht werden mussten. Das war und ist in der Tat eine Herausforderung. Aber eine gute.

Wie beantworten Sie diese Herausforderung durch Ihr Projekt?

Die Menschen, die in St. Elisabeth in Nürnberg leben, sollen dies möglichst selbstbestimmt tun. Dass dazu ein starkes soziales Umfeld, menschliche Nähe und Hilfe im Alltag gehören, ist für uns selbstverständlich.

Die Frage war also zunächst, wie können wir ganz faktisch Lebensräume schaffen, die ein Höchstmaß an Selbstbestimmtheit zulassen. Dazu mussten erst einmal alle Barrieren weg – und das nicht nur im physischen Sinne, wie etwa durch Ausschalten sämtlicher Beeinträchtigungen im Sanitärbereich mithilfe ergonomischer Waschbecken oder ebenerdiger Duschen mit Haltegriffen.

Nein, wir gingen einen Schritt weiter und beseitigten auch visuelle Barrieren. Dies haben wir durch ein besonderes Farb- und Lichtkonzept erreicht, das vor allem Menschen mit Demenz bei der Orientierung hilft und damit ihr Wohlbefinden fördert und ihnen Sicherheit gibt. Auch haben wir uns für eine Wandoberfläche entschieden, die nicht nur optisch ansprechend ist. Sie verfügt über eine besondere Struktur, die Sehbeeinträchtigten quasi als Wiedererkennungsmerkmal den Weg nach draußen zeigt und damit eine haptische Orientierungshilfe ist.

Was wir bei alledem auch immer im Blick haben und hatten, ist die Situation unserer Mitarbeiter. Denn auch sie sind Teil unseres ganzheitlichen Ansatzes, auch sie sollen sich wohlfühlen und barrierefrei betreuen, versorgen und pflegen können.

Welche Bedeutung hat die Triodos Bank für Ihre Organisation?

Für uns ist es etwas Neues, dass eine Bank sich so sehr für Inhalte interessiert. Und dass es dadurch neben der Geschäftsebene auch eine menschliche Ebene gibt. Die Triodos Bank ist von unserem Konzept überzeugt und das gibt uns ein gutes Gefühl. Und natürlich hat uns die Triodos Bank überhaupt erst ermöglicht, dass wir unser Projekt in diesem Umfang und mit den so wichtigen Details umsetzen können.

Dazu gehört übrigens auch, dass wir auf umweltverträgliche Baumaterialien und Farben achten. Und dass wir einen nachhaltigen Ansatz verfolgen – schließlich möchten wir im Pflegesektor als gutes Beispiel voran gehen und hier langfristig etwas verbessern. Auch das eint uns mit den Werten der Triodos Bank und macht uns zu Partnern auf Augenhöhe, die gemeinsam etwas bewegen wollen.

Welche Bedeutung hat das Projekt auf den Sektor, in dem Sie tätig sind?

Wichtig ist, dass wir mit unserem Projekt eine große Aufmerksamkeit erzeugen. Sowohl Medien als auch Öffentlichkeit nehmen unser ganzheitliches Konzept als Leuchtturmprojekt wahr und bringen uns reges Interesse entgegen. Unser Projekt sorgt für Furore und das ist gut. Für uns, aber eben auch für die Sache selbst. Denn es findet in der Branche wie auch in der Bevölkerung eine Sensibilisierung statt.

Wir sind schon jetzt zu einem Vorbild für andere Einrichtungen geworden und das ist doch genau das, worum es geht: etwas verändern. Mit der Verbindung von Funktionalität und Design beispielsweise beschreiten wir einen Weg, der für eine Pflegeinrichtung bislang einmalig ist.

Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Organisation?

Unser Projekt trägt dazu bei, dass das Umdenken bereits beim Renovieren und (Um-)Bauen von Einrichtungen stattfindet. Sprich, dass Umwelten mit Bedacht gestaltet werden, um den Menschen darin möglichst lang ein selbstbestimmtes Leben zu bewahren. Leider sieht die Realität häufig noch anders aus. Man erneuert und renoviert, ohne sich Gedanken zu machen, wie die einzelnen Komponenten zusammenwirken und wie man den Menschen damit helfen kann.

Also möchten wir auf dem sozialen Sektor auch Impulsgeber sein. Denn wir sehen dort aufgrund des wachsenden Bedarfs in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ein großes Entwicklungspotential. Der Gesundheitsbereich wird neue interdisziplinäre Schnittstellen bilden – zu Architektur, Technik und den neuen Medien. Damit wird der soziale Bereich hoffentlich mehr Anerkennung erhalten. Genau die hat er schließlich verdient.

Wie sehr sehen Sie, dass die Triodos Bank Ihre Vision teilt?

Die Triodos Bank will einen positiven Wandel in der Gesellschaft. Und genau diesen positiven Wandel wollen wir ebenfalls! So ist es, als wenn zwei Räder ineinandergreifen. Unsere Vision von einer besseren Welt leben wir, indem wir Menschen Lebensqualität und Selbstbestimmtheit geben und ihre Würde wahren. Wir bauen für eine gute Zukunft, die Triodos Bank finanziert für eine gute Zukunft.

So sind wir gut gerüstet für eben diese Zukunft. Gemeinsam mit der Triodos Bank können wir unser Ziel der Nachhaltigkeit erreichen. Einer Nachhaltigkeit, die uns befähigt, allen gesellschaftlichen Bedürfnissen der kommenden Jahre in vollem Umfang bestmöglich zu begegnen.

Kunst und Kultur

2006 gründete sich der "Förderverein Schulemachen e.V." mit dem Ziel, eine Waldorfschule in Berlin-Prenzlauer Berg aufzubauen. Bereits im gleichen Jahr bezogen die 15 Kinder der ersten Brückenklasse mit ihrer Lehrerin provisorische Räumlichkeiten in Berlin-Mitte. Der Förderverein Schulemachen kooperiert bei diesem Projekt mit der bereits etablierten Waldorfschule Berlin-Mitte, die dem Projekt im Prenzlauer Berg als Träger zur Verfügung steht. Im Frühjahr 2011 kaufte der Verein im Stadtteil Prenzlauer Berg ein ehemaliges Schulgrundstück und ein altes Schulgebäude. Zu Beginn des Schuljahres 2011/12 zog die kleine Schulgemeinschaft aus dem bisherigen Gastquartier in die neuen Räume in der Gürtelstraße 16.

Die Schulgemeinschaft umfasst mittlerweile 233 Schülerinnen und Schüler in neun Schulklassen, sowie ein 40-köpfiges pädagogisches Kollegium. Das Schulgebäude, das nach und nach renoviert wird, soll nach endgültiger Wiederherstellung bis zum Jahr 2018 etwa 300 Schülern der Klassen eins bis zwölf Raum zur Entwicklung und zum Lernen bieten. Da jedes Jahr eine weitere Klasse hinzukommt, wurde Ende 2015 mit einem Neubau für den bereits voll ausgelasteten Hort am bestehenden Schulgebäude begonnen. Die bestehenden Horträume können so für die zusätzlichen Klassen genutzt werden. Die Triodos Bank finanzierte den Grundstückskauf und die Renovierung des Schulgebäudes sowie den Neubau des Hortes.

Energie

Im April 2015 wurden die ersten drei Windenergieanlagen des Windparks Weiskirchen/Schimmelkopf in Betrieb genommen. Der Windpark liegt auf dem zur Gemeinde Weiskirchen gehörenden Schimmelkopf, dem zweithöchsten Berg im Saarland. Geplant und projektiert wurden die Windenergieanlagen von der juwi-Gruppe mit Sitz im rheinland-pfälzischen Wörrstadt – einem der führenden Projektentwickler für Windparks im Binnenland. Herzstück des neuen Windparks sind vier Windräder des Typs Enercon E-115. Mit einem erwarteten Jahresstromertrag von mehr als 36.000 Megawattstunden können sie rund 12.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Das Fremdkapital für den Bau und den langfristigen Betrieb der Anlage hat die Triodos Bank bereitgestellt.