Balanceakt

Auf europäischer Ebene führte die Öffnung der Liquiditätsschleusen zur Stützung der Wirtschaft zu Ungleichgewichten. Quantitative Lockerungsmaßnahmen, mit denen zur Belebung der Kreditmärkte Geld in die Wirtschaft gepumpt wurde, zeigten nur begrenzt Wirkung. So kam es in einigen Regionen Europas zu einer Aufblähung der Geldmenge. Ursache dafür waren nicht nur staatliche Liquiditätsspritzen, sondern auch Sparer, die trotz der relativ niedrigen Zinsen mit ihrem Geld in sichere Häfen flüchteten. Dieses Geld fand jedoch kaum den Weg in die Unternehmensfinanzierung, und Banken wollten oder konnten keine Kredite vergeben. Gleichzeitig hatten einige Länder, insbesondere in Südeuropa, mit Sparmaßnahmen als Auflagen für große Kredite zu kämpfen.

Pessimisten sahen dadurch zeitweise das Projekt Europa selbst in Gefahr. Die Triodos Bank ist jedoch fest davon überzeugt, dass gerade die Charakteristika der Europäischen Union, ihre Vielfalt, die offenen Märkte und der freie Austausch von Ideen, langfristig ihre Zukunft sichern. Werte wie Solidarität und kulturelle Vielfalt, die in Europa zu unserem gemeinsamen Wertefundament gehören, sind Voraussetzung dafür, dass das Konzept der Triodos Bank funktioniert. Wenn der Balanceakt gelingt, besteht durchaus Anlass zu Optimismus.