Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die Triodos Bank ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber Kunden und Kontrahenten zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht erfüllen kann, ohne untragbare Verluste zu erleiden.

Die Triodos Bank nimmt auf der einen Seite Spar- und Termineinlagen von Kunden herein, die sie auf der anderen Seite als Kredit ausreicht. Der Liquiditätsüberschuss wird hauptsächlich bei der EZB oder bei Finanzinstituten platziert oder in Anleihen investiert. Die Triodos Bank ist sehr liquiditätsstark und refinanziert sich ausschließlich aus Einlagen privater Kunden sowie kleinerer und mittlerer Unternehmen. Folglich muss sich die Triodos Bank nicht am Interbanken- und Kapitalmarkt refinanzieren. Damit hat das schwierige Umfeld am Interbanken- und Kapitalmarkt seit Ausbruch der Finanzkrise keine direkten Auswirkungen auf die Liquiditätssituation und die Refinanzierungsmöglichkeiten der Triodos Bank. Die Triodos Bank überprüft anhand von Stressszenarien regelmäßig ihre Liquiditätsposition. Diese Stresstests lieferten 2012 zufriedenstellende Ergebnisse. Im Falle einer zukünftigen Liquiditätskrise zu treffende Maßnahmen zur Liquiditätssteuerung sind im Liquidity Contingency Plan näher erläutert.

Die einzelnen Niederlassungen melden wöchentlich detaillierte Liquiditätspositionen an den Finanzvorstand. Der ALM-Ausschuss berichtet monatlich über die Liquiditätsquoten gemäß Basel III.

  • Liquidity Coverage Ratio (LCR): Die Mindestliquiditätsquote soll sicherstellen, dass Banken über ausreichend unbelastete hochliquide Vermögenswerte verfügen, um ein von den Aufsichtsinstanzen definiertes Liquiditätsstressszenario über einen Zeitraum von 30 Tagen zu überstehen.
  • Net Stable Funding (NSF) Ratio: Die strukturelle Liquiditätsquote gibt auf Basis des Liquiditätsprofils der Aktiva und außerbilanziellen Posten das Verhältnis zwischen verfügbarer und erforderlicher stabiler langfristiger Refinanzierung an.

Diese Quoten stehen in Einklang mit den Basell III-Richtlinien, sind aber aufsichtsrechtlich noch nicht verbindlich. Anfang 2013 gab der Baseler Ausschuss Änderungen in Bezug auf die LCR bekannt. Demnach müssen Banken bis 2015 nur eine Mindestliquiditätsquote von 60% erreichen. In den Folgejahren erhöht sich die Anforderung dann jeweils um 10 Prozentpunkte pro Jahr, so dass sie im Jahr 2019 100% erreicht. Die 2012 veröffentlichten LCR-Daten wurden nicht auf Grundlage dieser neuen LCR-Vorgaben erstellt, sondern basieren auf den entsprechenden Formaten und detaillierten LCR-Vorschriften der niederländischen Zentralbank mit Stand vom Jahresende 2012. In Bezug auf die strukturelle Liquiditätsquote hat der Baseler Ausschuss keine Änderungen bekannt gegeben. Die verbindliche Einführung der NSFR als Mindeststandard soll 2018 erfolgen. Da diese beiden Quoten für die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors jedoch von zentraler Bedeutung sind, hat die Triodos Bank beide Indikatoren bereits als Bestandteil der internen Berichterstattung und Messung des Liquiditätsrisikos etabliert.

Liquidity Coverage Ratio

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Beträge in Mio. EUR

2012
Gesamt-
betrag

2012
Gewichteter Betrag

2011
Gesamt-
betrag

2011
Gewichteter Betrag

 

 

 

 

 

Bestand an hochliquiden Aktiva:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamtbestand an hochliquiden Aktiva

1.021

1.021

502

502

 

 

 

 

 

Zahlungsmittelabfluss, gesamt

5.116

715

4.429

684

 

 

 

 

 

Zahlungsmittelzufluss, gesamt

458

416

539

516

Obergrenze für Zahlungsmittelzuflüsse

 

536

 

513

 

 

 

 

 

Nettozahlungsmittelabfluss

 

299

 

171

 

 

 

 

 

Liquidity Coverage Ratio

 

342 %

 

294 %

 

 

 

 

 

Der Nettozahlungsmittelabfluss muss durch hochliquiden Aktiva abgedeckt sein, die Quote muss also mindestens 100 % betragen.

Net Stable Funding Ratio

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Beträge in Mio. EUR

2012
Gesamt-
betrag

2012
Gewichteter Betrag

2011
Gesamt-
betrag

2011
Gewichteter Betrag

 

 

 

 

 

Summe Verfügbare stabile Refinanzierung

5.255

4.312

4.238

3.450

 

 

 

 

 

Summe Erforderliche stabile Refinanzierung

5.987

3.359

5.056

2.791

 

 

 

 

 

Net Stable Funding Ratio

 

128 %

 

124 %

 

 

 

 

 

Die Net Stable Funding Ratio muss über 100  betragen. Das bedeutet, dass die erforderliche stabile Refinanzierung durch die verfügbare stabile Refinanzierung abgedeckt sein muss.