Wirkung im Bereich Lebensmittel und Landwirtschaft

Das Thema

Ursprünglich war der biologische Anbau Standard in der Landwirtschaft, und man kam ohne die Pestizide und Mineraldünger aus, die heute aus der europäischen Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken sind. Dies hat sich in den letzten sechzig Jahren stark gewandelt. Die Landwirtschaft wurde stark industrialisiert, was mit massivem Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger einherging. Dies hat wiederum zu schwerwiegenden Problemen geführt.

Das weltweite Bevölkerungswachstum und der wachsende Wohlstand haben auch den Nahrungsmittelverbrauch stark ansteigen lassen. Diese Nachfragesituation hat viele Landwirte dazu veranlasst, nach Wegen zu suchen, auf immer geringeren Anbauflächen noch mehr zu produzieren. Gleichzeitig wurden jedoch auf Verbraucherseite erste Stimmen laut, die nachhaltiger produzierte Produkte forderten. Manche begannen auch selbst mit dem biologischen Anbau von Lebensmitteln.

Nahrungsmittelsicherheit künftiger Generationen gefährdet

Weder die Mainstream-Produktion in der Landwirtschaft noch das weltweite Konsumverhalten sind nachhaltig. Der Pestizid- und Düngereinsatz belastet die Umwelt und verstärkt den Klimawandel. Dadurch ist die Nahrungsmittelsicherheit künftiger Generationen ernsthaft gefährdet.

Lebensmittelkette

So wie die Lebensmittelkette heute strukturiert ist, sind schwerwiegende Umweltprobleme, soziale Spannungen und wirtschaftliche Schieflagen vorprogrammiert.

Produzenten und Konsumenten leben immer stärker in getrennten Welten. Der Transport von verarbeiteten Lebensmitteln und Agrarrohstoffen rund um den Globus sorgt für CO2-Emissionen und trägt zum Klimawandel bei.

Die Entfremdung von Produzenten und Verbrauchern hat auch soziale Folgen. Lebensmittel entwickeln sich zu einem anonymen Gut und verlieren ihre kulturelle Relevanz. Verbraucher wissen nicht mehr, wo ihre Nahrungsmittel herkommen und wie sie produziert werden.

Wachsender Markt

Es ist jedoch auch eine Gegenbewegung erkennbar. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach nachhaltig produzierten biologischen Lebensmitteln gestiegen. Zeitgleich ist die Zahl der Biobauern stark gewachsen.

2008 hatte der Markt für biologische Lebensmittel ein Volumen von rund 18 Mrd. EUR, was einem Zuwachs von 12 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Die größten Märkte für Bio-Produkte sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.1 In der Europäischen Union liegt der Anteil der für biologischen Anbau genutzten Ackerflächen bei 4 %.

Die Vision der Triodos Bank

Der Mensch braucht Nahrung. Deshalb brauchen wir eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion, im Gleichgewicht mit der Natur. Nur dann werden unsere Ernährungsgewohnheiten auch nachhaltig.

Genau dafür steht die ökologische Landwirtschaft. Es werden weder Pestizide noch Mineraldünger oder gentechnisch veränderte Pflanzen eingesetzt, und artgerechte Tierhaltung wird großgeschrieben. Das ökologische Gleichgewicht wird somit nicht gestört, sondern gewahrt und gestärkt.

Ökologisches Gleichgewicht

Die ökologische Landwirtschaft basiert auf einem ökologischen Gleichgewicht. Sie steht für qualitativ hochwertige und gesunde Lebensmittel, jetzt und auch in Zukunft. Ökologische Landwirtschaft trägt der Beziehung zwischen unserer Umwelt, unserer Gesundheit und der Nahrung, die wir zu uns nehmen, Rechnung.

Transparenz

Nachhaltige und ökologische Landwirtschaft umfasst weit mehr als die landwirtschaftliche Produktion und Energieeffizienz. Die Struktur der Lebensmittelkette ist entscheidend für eine nachhaltige Versorgung. Sie sollte transparent und kurz sein, und der Schwerpunkt sollte nach Möglichkeit auf lokalen und saisonalen Produkten liegen. So kann eine direkte Beziehung zwischen Produzent, Produkt und Verbraucher entstehen.

Kurze, transparente Lebensmittelketten sensibilisieren Verbraucher, sind energieeffizient und verbessern die Chancen von Unternehmen, die auf nachhaltigere Konzepte in der Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft setzen.

Wo unsere Lebensmittel herkommen

Kurze Wege zwischen Produzenten und Verbrauchern sorgen dafür, dass sich die Einbahnstraße Lebensmittelkette zu einem Kreis schließt, was die Kommunikation zwischen Produzenten und Verbrauchern fördert.

Die Lebensmittelproduktion findet dann nicht mehr in der Anonymität statt, sondern ist in einen sozialen Kontext eingebettet. Es werden Lebensmittel gekauft und verzehrt, zu denen man ein Verhältnis hat. Das ist wichtig, denn Essen ist ein menschliches Grundbedürfnis und Teil unserer kulturellen Tradition und hat auch Einfluss auf unsere Lebensqualität.

Und was tut die Triodos Bank konkret?

Die Triodos Bank finanziert seit über 30 Jahren Projekte im Bereich ökologische Landwirtschaft, über die gesamte Lebensmittelkette vom Produzenten oder verarbeitenden Betrieb bis hin zum Einzelhändler oder Restaurant.

2011 finanzierte die Triodos Bank mit fast 100 Mio. EUR über 800 Projekte mit einer Anbaufläche von 23.000 Hektar.

Investitionen in Innovation

Die Triodos Bank finanziert nur bereits zertifizierte landwirtschaftliche Betriebe, sowie Betriebe, die auf ökologische Landwirtschaft umstellen. Sie nutzt aktiv ihr großes Netzwerk ökologischer Betriebe und fördert den Austausch von Wissen, Erfahrung und Ideen.

Multifunktionale Höfe

Die Triodos Bank ist überzeugt, dass die Landwirtschaft weitaus mehr zu bieten hat als die reine Nahrungsmittelerzeugung. Sie fordert ökologische Betriebe auf, stärker in die Breite zu gehen und mit Aktivitäten in den Bereichen Bildung, Gesundheit und ökologische Entwicklung in die Gesellschaft hineinzuwirken.

Einzelhandel, Restaurants und soziale Landwirtschaft

Die Triodos Bank finanziert Einzelhandelsunternehmen und Restaurants, die biologische und vorzugsweise lokale und saisonale Produkte verkaufen bzw. verwenden, sowie im Bereich soziale Landwirtschaft tätige Betriebe. Diese Betriebe bieten ein breites Spektrum an gesunden und biologischen Produkten und Aktivitäten für Menschen mit physischen und Lernbehinderungen und haben sich eine Sensibilisierung der Verbraucher zur Aufgabe gemacht.