Wirkung im Bereich Energie und Klima

Das Thema

Vor der industriellen Revolution in der Mitte des 18. Jahrhunderts lag die weltweite Durchschnittstemperatur bei 13,7° C. Heute sind es fast 14,5° C.

Laut UN Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)1 ist dieser Temperaturanstieg mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Verbrennen fossiler Energieträger seit Beginn der industriellen Revolution zurückzuführen. Dies hat zu einem enormen Ausstoß von Treibhausgasen und zu einer höheren CO2-Konzentration in der Atmosphäre geführt. Allmählich herrscht allgemeine Einigkeit darüber, dass der globale Temperaturanstieg auf 2° C begrenzt werden muss, da ein noch stärkerer Anstieg ernste Risiken und dauerhafte Probleme für Mensch und Umwelt, etwa eine unkontrollierbare Veränderung des Klimas, mit sich bringen würde.

Eine weitere Herausforderung: Die wichtigsten Quellen fossiler Energie, die den Löwenanteil der heute benötigten Energiemenge deckt, konzentrieren sich auf einige wenige Länder. Da die fossilen Brennstoffe knapper werden und alle Staaten ihre zukünftige Energieversorgung sichern wollen, schafft der Zugang zu den Energiequellen erhebliche wirtschaftliche und politische Spannungen.

Die Probleme des Klimawandels und der Sicherung des Energiebedarfs greifen ineinander. Unsere gegenwärtigen Energiegewinnungsmethoden zum einen und die Konsumgewohnheiten zum anderen sind nicht nachhaltig und belasten zunehmend die Erde. Aber dennoch gibt es Lösungen. Der Wandel hin zu einer Wirtschaft, die erheblich weniger CO2 ausstoßen wird, könnte innerhalb weniger Jahrzehnte bewerkstelligt sein. Das dafür notwendige Geld und auch die Technologien für einen solch grundlegenden Wandel sind verfügbar. Aber um diesen tatsächlich herbeizuführen, muss sich unser derzeitiger Umgang mit Energie radikal ändern.

1 Das IPCC wurde wegen einiger Verfahrensfehler in seinen Berichten kritisiert. Diese Fehler wirken sich aber nicht grundlegend auf die Richtigkeit der Schlussfolgerungen aus, die in den Berichten gezogen werden.

Die Vision der Triodos Bank

In einer Zeit wirtschaftlicher Erholung müssen die Themen Klimawandel und Energiekrise unbedingt in der öffentlichen Debatte präsent bleiben. Denn Klimawandel, Energiesicherheit und der Zugang zu Energie für Entwicklungsländer bleiben – neben der Welternährungs- und der Wasserkrise – die weltweit größten Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte.

Die gute Nachricht: Berücksichtigt man die bereits existierenden beziehungsweise in der Entwicklung befindlichen Technologien und das Kapital, das trotz der Finanzkrise verfügbar ist, so lässt sich klar konstatieren, dass der Übergang zu einer Wirtschaft mit niedrigem CO2-Ausstoß nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist. Dazu sind gemeinsame Anstrengungen vieler Organisationen, Unternehmen, Hersteller und Verbraucher notwendig. Der Finanzsektor ist ein Teil davon und muss hier eine zentrale Rolle spielen. So dürfen Investitionsentscheidungen nicht mehr von kurzfristigen, rein finanziellen Interessen geleitet sein, sondern sollten das Ergebnis langfristiger finanzieller, ökologischer und sozialer Überlegungen sein. Investitionen sollten zudem von einer glaubwürdigen Vision getragen sein, die sich zwar an der staatlichen Politik orientiert, aber nicht von ihr abhängt.

Der Übergang zu einer Wirtschaft mit geringem CO2-Ausstoß erfordert eine Investitionsstrategie, die auf den folgenden drei Hauptsäulen, der sogenannten „Trias Energetica“, ruht:

Reduzierung

In Zusammenhang mit einer Reduzierung des Energieverbrauchs und der effizienteren Nutzung von Energie sind als preiswerteste und wirkungsvollste Methoden die Vermeidung von Müll, eine höhere Effizienz technischer Geräte und ein verändertes Verhalten der Menschen zu nennen.

Aufbau von erneuerbaren Energiesystemen in großem Stil

Die zunehmende Nutzung von Quellen erneuerbarer Energie hat essenzielle Bedeutung für uns alle. Ob Sonnenenergie oder Wasserkraft, Windkraft oder Gezeitenkraftwerke – erneuerbare Energien können in zentralen Großkraftwerken wie auch über kleine, dezentrale Systeme, etwa für einzelne Dörfer oder Haushalte, gewonnen werden. Hier hat Sonne nach unserer Überzeugung das größte Potenzial als Quelle erneuerbarer Energie, da sie überall auf der Welt verfügbar ist.

Umstellung auf Brennstoffe mit niedrigem CO2-Ausstoß

Die Nutzung fossiler Brennstoffe, die derzeit noch die Energieproduktion dominieren, kann verringert werden, indem man vermehrt auf „saubere“ Brennstoffe wie Erdgas oder auf Abwärme (Kraft-Wärme-Kopplung) umstellt.

Und was tut die Triodos Bank konkret?

Die Triodos Bank ist eine Nachhaltigkeitsbank mit viel Erfahrung bei der Finanzierung von Projekten zur Bewahrung unserer Umwelt. Die Triodos Bank bietet eine breite Palette von Produkten zur Finanzierung sauberer Energie an – in Form von Krediten, Kapitalanlagen und Projektfinanzierungen. Der Markt für saubere Energie wächst, und die Triodos Bank will sich weiterhin in den Sektoren und Regionen engagieren, die bereits einen relativ hohen Entwicklungsstand erreicht haben. Gleichzeitig verfolgt sie aber das Ziel, neue Bereiche zu finden, in denen noch Pioniergeist und Innovationsführerschaft gefragt sind.

Die Triodos Bank vergibt insbesondere Kredite für und investiert in die Erzeugung erneuerbarer Energien und Energieeffizienzprojekte – sowohl auf lokaler Ebene als auch im größeren Umfang bei vorhandener Netzparität. Umgekehrt vergibt die Triodos Bank keine Kredite für Erdöl- oder Kohleprojekte, da diese sich negativ auf die Umwelt und auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Angesichts der bekannten Sicherheits- und Umweltrisiken verzichtet die Triodos Bank ebenso bewusst auf die Finanzierung von Atomkraftprojekten.

Mit ihren nachhaltigen Fonds im Bereich Energie und Klima und im Rahmen der Kreditvergabe finanzierte die Triodos Bank 2011 europaweit 361 Projekte (2010: 306), die eine Stromerzeugungskapazität von insgesamt 2.134 MW (2010: 1.624 MW) hatten. Damit wurde genug Strom für den Jahresbedarf von 1.500.000 europäischen Haushalten erzeugt.

Zahlen

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2011
Beträge in TEUR

Kredit-
geschäft

Groenfonds

Triodos Renewables Europe Fund

Triodos Renewables Plc

Ampere Equity

 

 

 

 

 

 

Anzahl der Projekte

270

62

31

8

15

Gesamtbetrag (Anschaffungskosten oder Nennwert)

1.011

181.352

42.365

53.313

305.600

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2010
Beträge in TEUR

Kredit-
geschäft

Groenfonds

Triodos Renewables Europe Fund

Triodos Renewables Plc

Ampere Equity

 

 

 

 

 

 

Anzahl der Projekte

191

77

24

6

8

Gesamtbetrag (Anschaffungskosten oder Nennwert)

715.368

210.638

38.878

48.368

66.212