Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die Triodos Bank ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber Kunden und Kontrahenten zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht erfüllen kann, ohne untragbare Verluste zu erleiden.

Die Triodos Bank nimmt auf der einen Seite Spar- und Termineinlagen von Kunden herein, die sie auf der anderen Seite als Kredit ausreicht. Ein Liquiditätsüberschuss wird bei Finanzinstituten platziert oder in Anleihen investiert. Die Triodos Bank verfügt über eine hohe Liquidität und refinanziert sich ausschließlich aus Einlagen privater Kunden sowie kleinerer und mittlerer Unternehmen. Folglich muss sich die Triodos Bank nicht am Interbanken- und Kapitalmarkt refinanzieren. Damit hat das schwierige Umfeld am Interbanken- und Kapitalmarkt seit Ausbruch der Finanzkrise keine direkten Auswirkungen auf die Liquiditätssituation und die Refinanzierungsmöglichkeiten der Triodos Bank. Die Triodos Bank überprüft anhand von Stressszenarien regelmäßig ihre Liquiditätsposition. Diese Stresstests lieferten zufriedenstellende Ergebnisse. Im Falle einer zukünftigen Liquiditätskrise zu treffende Maßnahmen zur Liquiditätssteuerung sind im Liquidity Contingency Plan näher erläutert.

Der ALM-Ausschuss berichtet monatlich über die Liquiditätsquoten gemäß Basel III.

  • Liquidity Coverage Ratio (LCR): Die Mindestliquiditätsquote soll sicherstellen, dass Banken über ausreichend unbelastete hochliquide Vermögenswerte verfügen, um ein von den Aufsichtsinstanzen definiertes Liquiditätsstressszenario über einen Zeitraum von 30 Tagen zu überstehen.
  • Net Stable Funding (NSF) Ratio: Die strukturelle Liquiditätsquote gibt auf Basis des Liquiditätsprofils der Aktiva und außerbilanziellen Posten das Verhältnis zwischen verfügbarer und erforderlicher stabiler langfristiger Refinanzierung an.

Diese Quoten stehen in Einklang mit den Basell III-Richtlinien, sind aber aufsichtsrechtlich noch nicht verbindlich. Die Beobachtungsphase für die LCR begann 2011, als Mindeststandard soll sie 2015 eingeführt werden. Die Beobachtungsphase für die NSFR beginnt 2012, und die Einführung als Mindeststandard wird für 2018 anvisiert. Da diese beiden Quoten für die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors jedoch von zentraler Bedeutung sind, hat die Triodos Bank beide Indikatoren bereits als Bestandteil der internen Berichterstattung und Messung des Liquiditätsrisikos etabliert. Die Triodos Bank hat 2011 mit der Anwendung der Berichtsformate und detaillierten Regelungen der niederländischen Zentralbank zu LCR und NSFR begonnen. Die Vergleichszahlen für 2010 wurden entsprechend angepasst.

Liquidity Coverage Ratio

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Beträge in Mio. EUR

2011
Gesamt-
betrag

2011
Gewichteter Betrag

2010
Gesamt-
betrag

2010
Gewichteter Betrag

 

 

 

 

 

Bestand an hochliquiden Aktiva:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamtbestand an hochliquiden Aktiva:

502

502

457

455

 

 

 

 

 

Zahlungsmittelabfluss, gesamt

4.429

684

3.728

672

 

 

 

 

 

Zahlungsmittelzufluss, gesamt

539

516

537

513

Obergrenze für Zahlungsmittelzuflüsse

 

513

 

504

 

 

 

 

 

Nettozahlungsmittelabfluss

 

171

 

168

 

 

 

 

 

Liquidity Coverage Ratio

 

294 %

 

270 %

 

 

 

 

 

Der Nettozahlungsmittelabfluss muss durch hochliquiden Aktiva abgedeckt sein, die Quote muss also mindestens 100 % betragen.

Net Stable Funding Ratio

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Beträge in Mio. EUR

2011
Gesamt-
betrag

2011
Gewichteter Betrag

2010
Gesamt-
betrag

2010
Gewichteter Betrag

 

 

 

 

 

Summe Verfügbare stabile Refinanzierung

4.238

3.450

3.434

2.689

 

 

 

 

 

Summe Erforderliche stabile Refinanzierung

5.056

2.791

4.287

2.183

 

 

 

 

 

Net Stable Funding Ratio

 

124 %

 

123 %

 

 

 

 

 

Die Net Stable Funding Ratio muss über 100 % betragen. Das bedeutet, dass die erforderliche stabile Refinanzierung durch die verfügbare stabile Refinanzierung abgedeckt sein muss.