Risikomanagement

 

Organisation der Risikosteuerung und -überwachung

Ziel des Risikomanagements der Triodos Bank ist langfristige Stabilität im Geschäftsbetrieb.

Die Triodos Bank arbeitet zur Risikosteuerung mit Systemen, Verfahren, Limiten, Berichten und Kontrollen. Die Aufbau- und Ablauforganisation der Bank steht in Einklang mit den geltenden rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Finanzinstitute und den Nachhaltigkeitszielen der Triodos Bank. Das „Three Lines of Defence“-Modell bildet die Grundlage des Risikomanagements innerhalb der Triodos Gruppe. Die Niederlassungen, Geschäftsbereiche und Abteilungen sind für die Steuerung der Risiken, die sie eingegangen sind, selbst verantwortlich (First Line of Defence). Risikomanager auf Konzernebene und auf lokaler Ebene (Second Line of Defence) unterstützen und beraten sie bei der Verankerung von Risikomanagementverfahren in der Ablauforganisation, und die interne Revision (Third Line of Defence) überprüft regelmäßig die Struktur und Wirksamkeit der internen Prozesse und Kontrollmechanismen.

Konzernweit sind verschiedene Abteilungen und Ausschüsse für die Risikoüberwachung zuständig. Das Risikomanagement umfasst verschiedene Bereiche, die vom Konzernrisikomanagement koordiniert werden. Das Konzernrisikomanagement berichtet direkt an den Vorstand der Triodos Bank. Hauptaufgabe des Risikomanagements ist die Unterstützung der Geschäftsseite durch die Identifizierung, Bewertung, Minimierung und Überwachung von Risiken. Aber auch die Risikoanalyse, die Erarbeitung von Richtlinien sowie die Koordinierung der Steuerung der verschiedenen Einzelrisiken bei der Triodos Bank gehören zum Risikomanagement.

Risikomanagement (Organigramm)

Ein weiterer Verantwortungsbereich des Konzernrisikomanagements besteht darin, einen konzernweit einheitlichen Rahmen für sämtliche Geschäftsbereiche und Abteilungen zu definieren. Dieser Rahmen führt die verschiedenen Ansätze für die einzelnen Risikokategorien zusammen und gewährleistet eine koordinierte Steuerung aller finanziellen und nicht-finanziellen Risiken der Triodos Bank.

Lokale Risikomanager in den einzelnen Geschäftsbereichen sind für die Umsetzung dieses Rahmenwerks auf operativer Ebene zuständig.

Richtlinien im Bereich Risikomanagement erlässt der Vorstand der Triodos Bank nach Beratung mit den und auf Empfehlung der betreffenden Risikomanager.

Bereiche, für die der Vorstand die Beratungsfunktion auf bestimmte Ausschüsse übertragen hat:

  • Aktiv-Passiv-Steuerung und zugehörige Risiken (ALM-Ausschuss). Der ALM-Ausschuss tagt monatlich.
  • Genehmigung von Großkrediten sowie Kontrahenten- und Konzentrationsrisiken (Kreditausschuss des Vorstands). Der Kreditausschuss des Vorstands tagt wöchentlich.

Der Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats überwacht das Risikomanagement der Triodos Bank.

Aufsichtsrechtliche Anforderungen

Die Triodos Bank hat die Eigenkapitalanforderungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht umgesetzt und erfüllt auch in der Risikoberichterstattung die Anforderungen von Basel II. Säule 1 von Basel II sieht verschiedene Ansätze zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Kreditrisiko, operationelles Risiko und Marktrisiko vor. Mit Blick auf ihre Größe und ihren aktuellen Entwicklungsstand wendet die Triodos Bank derzeit die standardisierten Verfahren an. Die Kapitalanforderungen für Kredit- und Marktrisiko werden nach dem Standardansatz berechnet. Zur Berechnung der Kapitalanforderungen für das operationelle Risiko verwendet die Triodos Bank den Basisindikatoransatz. Die Triodos Bank arbeitet jedoch kontinuierlich daran, ihre Risikomessmethoden und damit auch das gesamte interne Risikomanagementsystem weiter zu verbessern und zu verfeinern.

Im Rahmen der Säule 2 von Basel II hat die Triodos Bank auch den Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) umgesetzt. Der ICAAP gewährleistet, dass die Triodos Bank über genügend Eigenkapital zur Abdeckung aller wesentlichen Risiken verfügt und dient der Überwachung des Risikomanagementsystems im Rahmen des bankaufsichtlichen Überprüfungsprozesses von Säule 2.

Grundlage des ICAAP ist das Risiko, das die Triodos Bank zur Realisierung ihrer strategischen Ziele einzugehen bereit ist, mit anderen Worten ihre „Risikobereitschaft“. Die Risikobereitschaft ist ein Indikator für das maximale Risiko, das die Triodos Bank zur Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie als angemessen erachtet, um sich selbst vor Ereignissen zu schützen, die negative Auswirkungen auf Rentabilität, Kapitalausstattung und den Preis für aktienähnliche Rechte haben könnten.

Säule 3 von Basel II betrifft die Offenlegungsvorgaben. Ziel ist dabei, Interessengruppen Informationen zur Eigenkapitalausstattung sowie zu den damit verbundenen Risiken einer Bank zur Verfügung zu stellen. Gemäß den entsprechenden Vorschriften werden die relevanten Angaben in diesem Geschäftsbericht gemacht, wo dies sinnvoll oder notwendig erscheint.

Der niederländische Bankenkodex siedelt die Zuständigkeit für Genehmigung, Umsetzung, Überwachung und gegebenenfalls Anpassung der Risikostrategie, die die Rahmenbedingungen für das Risikomanagement festlegt, ausdrücklich beim Vorstand an. Die Triodos Bank hat die Empfehlungen dieses Kodex umgesetzt.

Die Triodos Bank hat gemäß Bankenkodex einen Prüfungs- und Risikoausschuss (Prüfungs- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats) eingerichtet, der vier Mal jährlich tagt. Der Vorstand legt dem Prüfungs- und Risikoausschuss des Aufsichtsrats einen umfassenden Risikobericht vor, damit dieser seine Aufsichtsfunktion in Bezug auf das Risikoprofil der Bank unter Berücksichtigung der Aspekte Kapitalausstattung und Liquidität ordnungsgemäß wahrnehmen kann. Das Produktgenehmigungsverfahren zur Prüfung aller neuen Produkte und Märkte auf Vereinbarkeit mit der Risikobereitschaft der Triodos Bank sowie den Treuepflichten gegenüber den Kunden der Triodos Bank ist eingerichtet. Für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wurde ein Programm für lebenslanges Lernen entwickelt und umgesetzt.

Kapitalmanagement

Die Kapitalstrategie der Triodos Bank legt Kapitalmanagementebenen fest und ist Teil eines Gesamtrahmens für die Kapitalsteuerung, der gewährleisten soll, dass die Triodos Bank über ausreichend Kapital zur Umsetzung ihrer Geschäftsstrategie verfügt. Die Triodos Bank arbeitet mit einer rollierenden Drei-Jahres-Planung. Der ALM-Ausschuss überwacht die Erfüllung der Kapitalanforderungen und berät den Vorstand in kapitalausstattungsrelevanten Fragen. Ferner prüft er monatlich die Tragfähigkeit der Kapitalbasis im Hinblick auf die aktuellen und zukünftigen Geschäftsaktivitäten. Im Jahr 2011 war diese jederzeit gegeben. 2011 hat die Triodos Bank zur Wachstumsfinanzierung eine Kapitalerhöhung über 75 Mio. EUR vorgenommen.

Geschäftsstrategie, Risikobereitschaft und Kapitalplanung bilden die Grundlage folgender Prozesse:

  • Kapitalbedarfsanalyse (ICAAP): Schätzung des Kapitalbedarfs auf der Grundlage einer Risikomessung.
  • Notfallplanung und Stresstests: Kapitalsteuerung in Stressszenarien.
  • Kapitalallokation: Zuweisung von Kapital an die verschiedenen Niederlassungen, Geschäftsbereiche und Abteilungen.

Kapitalbedarfsermittlung

Bei der Kapitalbedarfsermittlung berücksichtigt die Triodos Bank sowohl die externen Vorgaben gemäß Säule 1 von Basel II als auch den internen Kapitalbedarf nach Säule 2.

Säule 1 und Säule 2 addieren sich zum Ökonomischen Kapital, dem Kapitalbedarf der Triodos Bank für ihre Geschäftsaktivitäten. Das Ökonomische Kapital gibt somit den Rahmen für geschäftspolitische Entscheidungen auf allen Ebenen einer Bank vor. Das Ökonomische Kapital bestimmt sich in Abhängigkeit von folgenden Risiken:

  • Kreditrisiko (Kontrahenten- und Konzentrationsrisiko)
  • Operationelles Risiko
  • Marktrisiko (Währungs- und Zinsrisiko)

Für nähere Einzelheiten zur Berechnung sei auf das Kapitel zum Eigenkapital dieses Abschlusses verwiesen.

Notfallplanung und Stresstests

Es besteht eine Notfallplanung um sicherzustellen, dass die Triodos Bank auch unter Stress über ausreichend Kapital verfügt, um die aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu erfüllen. Die Triodos Bank hat im Falle einer Kapitalkrise einen Capital Contingency Plan. Der Capital Contingency Plan sieht Maßnahmen zur kurzfristigen Stärkung der Kapitalbasis in einem Stressszenario vor. Zweimal jährlich wird ein Stresstest mit verschiedenen Stressszenarien durchgeführt.

Kapitalallokation

Die gesamten Eigenmittel (Eigenkapital und Nachrangkapital) werden im Verhältnis ihrer auf Basis des jeweiligen Risikoprofils errechneten Anteile am Ökonomischen Kapital auf die Geschäftsbereiche verteilt.